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WHO fordert Rauchverbot für Kinostars

Keine Zigaretten WHO fordert Rauchverbot für Kinostars

37 Prozent aller jungen Raucher haben nach dem Vorbild paffender Schauspieler selbst zur Zigarette gegriffen. Das behauptet die Weltgesundheitsorganisation in ihrem Bericht "Smoke-free movies" und fordert ein Rauchverbot auf Kinoleinwänden.

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Gar nicht cool: Die ständig rauchende Uma Thurman in „Pulp Fiction“.

Quelle: dpa

Genf. Hollywoodlegende Donald ­Sutherland ist ein Star nach dem Geschmack der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der 80-Jährige, der gerade wieder als Bösewicht Snow in "Die Tribute von Panem" glänzte, gilt als militanter Nichtraucher. Im 100-Meter-Umkreis von Sutherland dürfe niemand qualmen, berichteten Kollegen von Dreharbeiten mit dem Altstar. Das sollte grundsätzlich auch auf der Leinwand und am TV-Bildschirm so sein, fordert nun die WHO.

In einer Studie warnt die Organisation einmal mehr vor dem großen Einfluss auf Kinder und Jugendliche, wenn ihre Stars in den Filmen rauchen. Zugleich fordert sie Regierungen auf, dafür zu sorgen, dass die Altersfreigabe für Filme mit Raucherszenen nach oben gesetzt wird. Zudem sollen staatliche Subventionen für solche Produktionen gestrichen werden.

"Filme, in denen Tabakprodukte konsumiert werden, haben Millionen von jungen Menschen dazu verleitet, mit dem Rauchen anzufangen", betont die WHO zur Vorlage ihres Reports " Smoke-free movies" in der Nacht zu Montag. Für die Tabakindustrie seien Filme angesichts strenger Werbeverbote für Zigaretten "einer der letzten verbliebenen Kanäle, um Millionen von Heranwachsenden Szenen des Rauchens auszusetzen", sagt der zuständige WHO-Direktor Douglas Bettcher. Dass Rauchen zu Lungenkrebs sowie Herz- und zahlreichen weiteren Krankheiten führen kann, gilt längst als erwiesen. Umso schlimmer, so die WHO-Studie, dass neuen Untersuchungen in den USA zufolge das Vorbild paffender Schauspieler für 37 Prozent der neuen jungen Raucher der Auslöser gewesen sei, selbst zur Zigarette zu greifen.

Tabakindustrie hält sich bedeckt

Betroffen ist längst nicht nur Hollywood. Filme etwa aus Deutschland, Italien oder Polen bieten laut WHO sogar mehr Raucherszenen als US-Produktionen. Während sich die Tabakindustrie bei dem Thema gern völlig bedeckt hält, gibt es unter Regisseuren und Schauspielern unterschiedliche Ansichten - bis hin zur Ablehnung. Der italienische Regisseur Paolo Sorrentino etwa, der mit seinem Spielfilm "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" 2013 der Stadt Rom samt ihren Zigarettenrauchern ein Denkmal setzte, hält gar nichts davon: Im Kino habe nicht das Gesundheitsministerium, sondern die künstlerische Freiheit zu regieren, erklärte er. Doch es gibt Filme und Serien ganz ohne blauen Dunst. Die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen vergeben dafür jedes Jahr ihr "Rauchfrei-Siegel". 2015 haben es die ZDF-"Rosenheim-Cops" bekommen, davor die ARD-Krankenhausserie "In aller Freundschaft".

Ihre einst stilprägende Rolle hätten die Glimmstängel ohnehin nicht mehr, meinten Autoren des 2014 vom Deutschen Filminstitut herausgegebenen Bands "Thank You for Smoking - Die Zigarette im Film". Die Ära des stilvollen Inhalierens durch Größen wie Marlon Brando ist vergangen. Selbst die Glimmzüge von Sharon Stone in "Basic Instinct" oder von Uma Thurman in "Pulp Fiction" wirken wie von anno dazumal. Ganz zu schweigen von Clint Eastwood. Als "El Cigarillo" war er ohne Stumpen im Mund kaum vorstellbar. Viel später sprach sich herum, dass Eastwood Nichtraucher ist.

Von THomas Burmeister

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