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Sieben Deutsche werden weiter vermisst

Erdbeben-Katastrophe in Nepal Sieben Deutsche werden weiter vermisst

Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben in Nepal steigt immer weiter. Mehr als 7600 sind es schon - darunter jetzt auch offiziell zwei Deutsche. Weitere Deutsche werden im Trekking-Dorf Langtang vermisst, wo riesige Erdrutsche abgingen.

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Noch immer wird nach Überlebenden und Opfern gesucht.

Quelle: dpa

Kathmandu. Eineinhalb Wochen nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben hat Nepal ein zweites deutsches Todesopfer bestätigt. Die Frau sei in dem beliebten Wandergebiet Langtang gestorben, sagte Ramesh Adhikari, Leiter der nepalesischen Tourismusbehörde, am Dienstag. Näheres zur Herkunft der Frau wurde nicht bekannt. Das Auswärtige Amt machte zu dem konkreten Fall keine Angaben. Aus Berlin hieß es jedoch, dass weitere deutsche Staatsangehörige unter den Opfern sein dürften.

Ein erster Toter aus Deutschland war bereits kurz nach der Naturkatastrophe vom 25. April bekanntgeworden: Es handelte sich um einen Professor aus Göttingen.

Im Langtang-Nationalpark werden zahlreiche weitere Touristen vermisst, darunter sind zwei 20-jährige Frauen aus Deutschland. Die Zahl der vermissten Deutschen liegt nach Angaben des Auswärtigen Amts mittlerweile „im sehr niedrigen zweistelligen Bereich“. Die Zahl der Todesopfer stieg insgesamt auf mehr als 7600, darunter 7500 alleine in Nepal.

Tausende sind dem Erdbeben in Nepal zum Opfer gefallen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind etwa acht Millionen Menschen von den Folgen der Katastrophe betroffen.

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Im Langtang-Nationalpark lösten sich bei dem Erdbeben zahlreiche Hänge, überall fielen Geröll- und Erdbrocken herab. „Wir rannten alle los, als es passierte, aber es gab am Hang nichts, wo wir uns in Sicherheit bringen konnten“, erzählt der Malaysier Yihar Chew. Er hatte das Dorf Langtang, das quasi ausgelöscht wurde, erst am Vortag verlassen. „Die meisten Häuser im Langtang-Tal wurden zerstört, entweder durch Erdrutsche oder durch die Erschütterungen“, erzählt der 28-Jährige. Er selbst wurde von einem herabfallenden Stein am Bein verletzt.

Satellitenbilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigen, dass von dem Dorf Langtang kaum etwas übrig blieb. Bis Montag hatten die Helfer dort 52 Leichen aus den Schnee- und Schlammmassen geborgen, darunter sieben Ausländer. Der örtliche Beamte Gajendra Prasa Thakur sagte, etwa 70 Häuser seien überschwemmt worden. Viele von ihnen hätten als Unterkünfte und Imbissbuden für die Wanderer aus aller Welt gedient - derzeit ist Hochsaison. Laut dem Malaysier Chew waren dort vor allem Israelis und Franzosen unterwegs.

Sieben Deutsche gelten als vermisst

Zur Zahl der in ganz Nepal vermissten Touristen gibt es unterschiedliche Angaben. Die Polizei spricht von 114 Ausländern, darunter sieben Deutschen. Die Tourismusbehörde hingegen meint, allein in der Langtang-Region seien Hunderte Touristen unterwegs gewesen, zu denen nun kein Kontakt bestehe. „Wir versuchen, die genauen Zahlen zu ermitteln“, sagte Adhikari. Die Angaben zu Geretteten und tot Geborgenen seien an verschiedenen Stellen erfasst worden.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 war das schwerste seit mehr als 80 Jahren in Nepal. Die Zahl der Toten dürfte weiter steigen, wie die Behörden sagen - denn noch nicht alle Regionen wurden erreicht. Zehntausende Menschen wurden verletzt. Unter den Toten sind bislang 58 Ausländer.

Am Dienstag - dem zehnten Tag nach dem Beben - gab es noch immer Dörfer, die bislang von den Hilfskräften nicht oder kaum erreicht wurden. „Bei uns in der Gegend gab es 800 Häuser, von denen vier stehengeblieben sind. Wir benötigen ganz dringend Zelte, weil wir im Freien schlafen müssen“, sagte der Lehrer Jit Bahadur Tamang. Er lebt im Dorf Karthali im Distrikt Sindhupalchok, wo fast die Hälfte aller Erdbebenopfer zu beklagen sind. Auch die meisten Getreidevorräte seien zerstört worden, sagte Tamang.

Zahlreiche kleine Straßen in Nepal sind nach wie vor durch Erdrutsche blockiert. Die nepalesischen Behörden haben nur 13 Hubschrauber. Indien hilft dem Nachbarland mit 14 Hubschraubern aus, China mit drei. Die Bemühungen gewännen an Fahrt, sagte Nepals Premierminister Sushil Koirala. Er gab aber auch zu: „Wir sind nicht sehr glücklich mit der Geschwindigkeit, mit der die Arbeit passiert.“

Die Regierung des Landes war sowohl von der Bevölkerung als auch internationalen Hilfsteams für ihre Langsamkeit und mangelnde Koordination kritisiert worden. „Wir geben unser Bestes“, versicherte Koirala. Nepal brauche aber dringend mehr Zelte. Derzeit könne es noch nicht um Wiederaufbau gehen - denn in wenigen Wochen setzt der Monsun ein. Nach UN-Angaben wurden fast 200.000 Häuser zerstört und 175.000 Häuser beschädigt.

dpa

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