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Das sind die Trends der Saison beim Grillen

Geräteüberblick Das sind die Trends der Saison beim Grillen

Wer nicht nur Würstchen und Koteletts grillen möchte, steht vor einer schwierigen Frage: Welcher Grill eignet sich am besten für Spareribs – und welcher für ein saftiges Steak? Wir erklären Ihnen, wann Sie am besten zum Dutch Oven, Barbecue-Smoker oder Gasgrill greifen.

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Welcher Grill eignet sich am besten für Spareribs und welcher für Gemüse?

Quelle: iStock/Fotolia

Hannover. Grillen ist Männersache – genauso wie technisches Spielzeug. Beides zusammen dürfte also Potenzial haben, dachte sich ein österreichischer Hersteller und brachte im vergangenen Jahr einen der ersten Kohlegrills mit Touchdisplay und Smartphone-Steuerung auf den Markt. "Mit unserer digitalen Unterstützung wird Grillen zum Kinderspiel", verspricht Unternehmenschef Martin Unger. Denn bei seinem "Activegrill" seien die Temperatureinstellungen von 80 bis 400 Grad einfach festzulegen. Ist die gewählte Gradzahl erreicht, wird der Grillmeister von seinem Handy alarmiert. Er kann in der Zwischenzeit also bequem im Sessel sitzen und Fußball gucken – noch so ein Männerding.

Schließlich steht im Juni auch die Fußball-Europameisterschaft an. Spätestens dann werden im ganzen Land wieder die Grillkohlen glühen. In den meisten Gärten ist die Saison längst eröffnet. Einer Studie des Discounters Lidl zufolge grillen 90 Prozent der Deutschen gerne und regelmäßig. Die meisten, rund 80 Prozent, sind männlich. Wenn es um Feuer und Fleisch geht, geben echte Kerle eben nicht so gerne die Zange aus der Hand. Rund 13-mal im Jahr heizen wir im Schnitt den Grill an. Und das nicht mehr nur an warmen Tagen – auch das sogenannte Wintergrillen wird immer beliebter.

Das grillen wir

Was letztendlich auf dem Rost landet, darüber sind sich 1553 Befragte der Lidl-Grillstudie einig. Differenzen zwischen den Geschlechtern bestehen allerdings bei den Beilagen: Männer füllen über die Hälfte ihrer Teller mit Fleisch, Frauen legen mehr Wert auf Salat und Gemüse.

Kommt die digitale Revolution auch in den Garten?

Die wenigsten nutzen dabei bisher aber ein Smartphone zur Temperaturregelung. Und auch wenn inzwischen einzelne digitale Modelle im Handel erhältlich sind und die digitale Revolution sich wohl auch im Garten auf Dauer nicht aufhalten lässt: Experten wie Rudolf Jäger vom Grillsportverein (GSV) glauben nicht, dass sich der Trend so schnell wird durchsetzen können. "Feuer, Eisen, Fleisch – viele mögen es derzeit lieber ursprünglich", meint der Profigriller und Buchautor.  

Die Auswahl des Grillgeräts ist längst zur Statusfrage geworden, die Produktpalette ist vielfältig. Sie reicht vom einfachen Rundgrill über Gas betriebene Varianten, Keramikgrills und gusseisernen Töpfen bis hin zum Smoker. Manche Exemplare kosten so viel wie ein Kleinwagen. Regelmäßig kommen neue Produkte auf den Markt. Ein Trend jagt den nächsten. Und wie sieht es in diesem Jahr aus? "Prinzipiell kann man sagen, dass viele wieder bereit sind, mehr Geld zu bezahlen und sich dafür hochwertige Grills anzuschaffen", sagt Oliver Noculak von Santosgrills, dem weltgrößten Grillfachhandel in Köln. Hier stehen die Verkäufer und Show-Griller bereits in den Startlöchern, das Geschäft boomt. "Das wird ein heißer Sommer", sagt Noculak.

Barbecue-Smoker werden immer beliebter

Neben Gasgrills wurden hierzulande zuletzt Barbecue-Smoker immer beliebter. Die wachsende Fangemeinde zieht Gerichte wie Pulled Pork (faserig gegartes Schweinefleisch), Spareribs (Rippchen) oder Beef Brisket (Rinderbrust) Steak und Bratwurst vor. Die Fleischspezialitäten werden in horizontalen Grills, die wie kleine Lokomotiven aussehen, ein bis zwei Tage bei niedrigen Temperaturen durchgeräuchert.

Wurden die Gerätschaften bisher vor allem mit Kohle oder Strom geheizt, greifen immer mehr Rauchbegeisterte mittlerweile zu Pellet-Varianten. Die Verbrennung der kleinen verdichteten Holzkügelchen kann elektronisch überwacht und mittels automatischer Lüftung gesteuert werden.

Dutch Oven sorgt für gleichmäßige Hitze

Doch es warten noch weitere neue Trends auf experimentierfreudige Griller. Eigentlich sind sogenannte Dutch Oven altgediente Helfer, doch das Interesse an dem gusseisernen Topf steige derzeit spürbar, sagt Noculak. Das Prinzip: Das Gefäß, hierzulande auch als Feuertopf bekannt, wird mit seinen drei Füßen direkt neben oder auf die Wärmequelle gestellt. Wird es mit einem Deckel verschlossen, auf den zusätzlich glühende Kohlen gelegt werden, hat das Gargut eine rundum gleichmäßige Hitzeeinwirkung. Ob Krustenbraten, Gulaschsuppe oder Kuchen – in dem Topf gibt es kaum etwas, was unter freiem Himmel nicht zubereitet werden könnte.

„Der Dutch Oven wird wohl deshalb immer beliebter, weil er so ursprünglich ist“, meint Grillexperte Jäger, der mit seinen Kollegen des Grillsportvereins (GSV) auf der gleichnamigen Internetplattform Hobbybruzzler mit Fachinformationen und Rezepten versorgt. Die Methode kommt wie das Smoken aus den USA, wo es anders als in Europa lange Zeit keine geschlossenen Herdstellen und Backöfen in den Haushalten gab. Gekocht und gebacken wurde im Freien, oftmals über offenem Feuer.

Ein Vorteil des Dutch Oven: Im Vergleich zu teuren Smokern sind die Eisentöpfe erschwinglich. „Einsteigermodelle gibt es bereits ab 60 Euro“, sagt Jäger und empfiehlt, den Topf auf einen mit Briketts geheizten Rundgrill zu stellen. Dadurch sei er gleichzeitig windgeschützt. Für ein Familienessen reicht ein Fassungsvermögen von sechs bis neun Litern. Für Partys sind größere Modelle erhältlich. Der Deckel des Topfs kann zudem für Kurzgebratenes als schlichte Grillpfanne verwendet werden.

Chuarrasco: Die Cowboy-Variante

Mindestens genauso rustikal geht es bei einer südamerikanischen Grillvariante zu: dem Chuarrasco, noch so ein Cowboy-Ding, das hierzulande immer mehr Anhänger findet. Nach ihrem langen Ritt durch die Pampa spießten einst die Gauchos, wie die Kuhhirten im südlichen Teil des Doppelkontinents genannt wurden, ihr Fleisch auf Spieße und grillten es über offenem Feuer.

Diese Tradition hat sich in vielen südamerikanischen Ländern gehalten, wenngleich heutzutage auch angepasste Kohlegrills zum Grillen verwendet werden.

Wer sich nicht extra eine solche südamerikanische Variante anschaffen möchte, kann auch seinen normalen Kugelgrill mit einer speziellen Halterung ausrüsten. Auch die massiven Grillspieße sind im Fachhandel erhältlich. Gewürzt werden die handgroßen Fleischstücke – besonders beliebt ist der Tafelspitz, ein Teil des Rinderschwanzes – ausschließlich mit grobem Salz, das eine halbe Stunde vorher aufgetragen und vor dem Grillen wieder abgeklopft wird. So soll der Fleischgeschmack am besten zum Tragen kommen. Nach dem Garen wird das Fleisch in kleine Stücke geschnitten und den Gästen serviert.

Grillen auf die spanische Art

Wer gern Gemüse, Fisch oder Scampi auf den Grill legt, kann es beim Grillen mal auf die spanische Art versuchen. Auf einer sogenannten Plancha, einer zumeist gusseisernen Grillplatte, die mit Gas oder Strom auf Temperaturen zwischen 300 und 350 Grad erhitzt wird, gelingt vor allem Kurzgebratenes. „Der Vorteil ist, dass man immer eine gleichbleibende, hohe Temperatur hat“, erklärt Jäger. Der Nachteil: Die Platten seien relativ teuer und für größere Fleischstücke eher ungeeignet. Für den Profi ist die Plancha, die von den Herstellern schon im vergangenen Jahr zum Trend ausgerufen wurde, deshalb vielmehr ein „nettes Spielzeug“ zur Ergänzung. Aber Männer spielen ja gerne.

Von Stephan Fuhrer/RND

Grillen beschert der Wirtschaft seit Jahren hohe Wachstumsraten und stetig steigende Umsätze.

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