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Welle der Solidarität nach Großbrand

Delmenhorst Welle der Solidarität nach Großbrand

Nach dem Großbrand in Delmenhorst am Samstag werden die Opfer von einer Welle der Solidarität und engagierten Helfern aufgefangen. Die Polizei ermittelt, ob Brandstifter den ungeheuren Schaden an fünf Mehrfamilienhäusern angerichtet haben.

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Die Delmenhorster sind solidarisch mit den 53 Opfern nach dem Großbrand am Samstag.

Quelle: dpa

Delmenhorst. Nach dem Großbrand in Delmenhorst am Pfingstwochenende geht eine Welle der Solidarität durch die Stadt. 53 Frauen, Männer und Kinder wurden vorübergehend in einem Hotel untergebracht, weil ihre Wohnungen nur noch verkohlte Ruinen sind. Doch schon bis Anfang nächster Woche sollen möglichst alle Familien neue Unterkünfte bekommen, sagte die Pressesprecherin der Stadt, Sina Dittelbach, am Dienstag. Bei einer großen Spendenaktion trugen viele Einwohner aus Delmenhorst und der Umgebung Kleidung, Möbel, Haushaltgeräte und Geld zusammen.

Nach der ersten seelsorgerischen Betreuung stehen für die Opfer des Feuers wichtige Behördengänge und Besorgungen an. Der zuständige Fachbereichsleiter, Rudolf Mattern, hat einen Fahrdienst organisiert: „Damit die Menschen einkaufen können.“ Viele von ihnen haben kein Auto, manche sprechen nur wenig deutsch, fast alle kommen in dieser Situation nicht allein zurecht. Für einige Männer und Frauen hat Mattern nach dem Mittagessen Termine beim Jobcenter gemacht. Denn für manche Betroffene gehe es erstmal um Geld. Viele Opfer des Feuers konnten nur ihr nacktes Leben retten. Wertsachen, wichtige Unterlagen, Bekleidung - alles musste zurückbleiben.

Möglicherweise waren es Brandstifter, die das Leben von 50 Familien in der Nacht zum Samstag auf den Kopf gestellt haben. An zwei Stellen in der Wohnanlage schlugen nach ersten Ermittlungen fast gleichzeitig Flammen hoch. Das Feuer fraß sich schnell von den flachen, hölzernen Verbindungsbauten bis in die viergeschossigen Wohnblocks vor. Wo vorher gardinengeschmückte Scheiben waren, geht der Blick jetzt in leere Fensterhöhlen und rußgeschwärzte Räume. Die Dächer sind zum Teil zerstört und werden notdürftig mit Planen überspannt. Die ehemals hellgrauen Fassaden sind bis auf den nackten Stein verbrannt. Vor der Haustür mit der Nummer 301 liegen achtlos zwei kleine Puppen wie Opfer zwischen angebrannter Isolierwolle aus dem Dach.

Brandstiftung sei hier schon vorgekommen, sagt Nicole Stößel, die in der Nacht aus ihrer Wohnung fliehen musste. Sie hofft, dass sie vorläufig bei Freunden unterkommen kann. „Die Feuerwehr war schon häufiger da.“ Zusammen mit ihrem achtjährigen Sohn musste sie aus dem ersten Stock dicht an den Flammen vorbei in Sicherheit rennen. Feuerwehrleute hatte ihre Wohnungstür aufgebrochen. Sie habe die starke Hitze im Gesicht gespürt, sagt Stößel. „Ich hatte unglaubliche Angst.“

Zur Schadenshöhe gab es am Dienstag noch keine Angaben. Bei 25 völlig ausgebrannten Wohnungen und weiteren 25 mit erheblichen Wasserschäden kommt einiges zusammen. Dass überhaupt alle Bewohner den Brand überlebt haben, erscheint vielen Betroffenen und Nachbarn wie ein Wunder.

Tim Rosenbusch, Pressesprecher beim Deutschen Roten Kreuz, ist von der Solidarität der Delmenhorster beeindruckt. „Ich bin überrascht, dass so viele so schnell spenden“, sagt der 34-Jährige. In seinen 15 Jahren beim DRK habe er einen so großen Einsatz noch nicht gesehen. Aus organisatorischen Gründen sind dem DRK Geldspenden am liebsten, denn bei Sachspenden wie Bekleidung oder Möbeln stoßen die Helfer schnell an logistische Grenzen. Auch Unternehmen beteiligen sich, zum Beispiel mit Kartons oder Transporten.

dpa

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