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Panorama Promis im Schönheitswahn
Nachrichten Panorama Promis im Schönheitswahn
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11:27 09.03.2016
Verona Pooth, Lolo Ferrari (oben v.l.), Micaela Schäfer und Kim Kardashian (unten v.l.) legten sich für die Schönheit unters Messer. Quelle: Twitter/dpa/Montage
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Hamburg

Die Haut zum Zerreißen gespannt, die Brüste auch, die Lippen grotesk aufgespritzt: Wenn Frauen es übertreiben mit Schönheitsoperationen, hat das mit Ästhetik oft nur noch wenig zu tun. Hollywood ist reich an Beispielen von Schauspielerinnen, die mit ihrem natürlichen Ich von früher nur noch den Namen und eine entfernte Ähnlichkeit gemein haben - und sie sind damit nicht allein.

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Verona Pooth, Michael Jackson, Kim Kardashian und unzählige andere Promis haben es getan – sie haben sich für die Schönheit unters Messer gelegt. Bei wem der Beauty-Wahn zu weit ging, sehen Sie hier.

Dass die spanische Herzogin von Alba, die Ende 2014 im Alter von 88 Jahren starb, etwas hat machen lassen, wurde sehr laut gemunkelt. US-Society-Gewächs Jocelyn Wildenstein hat nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Dollar für OPs ausgegeben - mit dem Ergebnis, dass sie heute mehr Ähnlichkeit mit einer Katze hat als mit der Frau, die sie einmal war.

Sexy Cora: Schönheitswahn führte zum Tod

Das britische Model Alicia Douvall gab zu, eine Million Pfund für Eingriffe bezahlt zu haben und nennt sich selbst "süchtig nach Schönheitsoperationen". Hierzulande bekennen sich Sternchen wie Micaela Schäfer oder Kader Loth dazu, sich mehr als einmal unters Messer gelegt zu haben. Die im Jahr 2000 gestorbene Lolo Ferrari ließ sich 22 Mal operieren, hatte 130 Zentimeter Oberweite und soll sechs Kilo Brust vor sich hergetragen haben.

Besonders tragisch ist der Fall der Porno-Darstellerin "Sexy Cora", die 2011 ihren Marktwert mit ihrer fünften Brustvergrößerung steigern wollte - dabei aber ins Koma fiel und schließlich starb. An diesem Freitag (11. März) beginnt in Hamburg ein Zivilprozess zu dem Fall. Ihr Witwer hat die Schönheitsklinik auf eine Entschädigung von knapp einer Million Euro verklagt.

"Man muss aufpassen"

Der Übergang zwischen dem Wunsch, etwas an sich zu verändern, und einer Sucht sei fließend, sagt Sven von Saldern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Der Klassiker: "Erst die Lider operieren lassen und dann noch ein Facelift hinterher, die Brust straffen lassen und dann noch die Bauchdecke." Es sei ja schön, wenn eine erste Operation eine derartige Steigerung der Lebensqualität bedeute, "aber man muss aufpassen, dass sich die Sache nicht verselbstständigt". Seine Kollegen und er erlebten oft, "dass die Wünsche immer weniger nachvollziehbar werden". Da seien auch die Chirurgen gefragt und aufgefordert, die Reißleine zu ziehen.

Gut 86 Prozent der Menschen, die sich für eine Schönheitsoperation entscheiden, sind nach DGÄPC-Angaben Frauen. Die meisten der Patienten haben nach Ansicht des Bochumer Professors für klinische Psychologie, Jürgen Margraf, ganz realistische Ziele und erwarten keine neue Identität von einer Operation. Allerdings erhofft sich laut DGÄPC jede vierte Patientin durch eine OP nicht nur eine bessere Optik, sondern auch ein größeres "Wohlbefinden".

"Die Konkurrenz schläft nicht"

Es gebe eine Minderheit, die es übertreibe, sagt Margraf. "Die Fälle, die ich gesehen habe, waren vor allem reiche Leute aus einer reichen Subkultur", sagt der Psychologe, der eine Studie mit dem Titel "Well-Being From the Knife?" (Wohlbefinden durch das Messer?) veröffentlicht hat. "Meistens ist nicht die Frau diejenige, die das Geld verdient, und sie definiert sich in einer solchen Beziehung dann sehr über ihr Aussehen. Die Konkurrenz schläft nicht."

Doch es gibt auch Männer, die dem Schönheitswahn verfallen. 13,5 Prozent der Menschen, die sich in Deutschland für die Schönheit unters Messer legen, sind nach DGÄPC-Angaben männlich. "Die Männer gleichen sich auch da an", sagt Margraf. Mickey Rourke sieht heute beispielsweise völlig anders aus als in "9 1/2 Wochen" - von Michael Jackson in seinen letzten Jahren ganz zu schweigen.

Von Britta Schultejans, dpa

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