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Das interessiert Wespen wohl nicht die Bohne

Altes Hausmittel hat Hochkonjunktur Das interessiert Wespen wohl nicht die Bohne

In diesem Sommer werden Wespen mit brennendem Kaffeepulver bekämpft. Fachleute wundern sich darüber. Sie empfehlen andere Maßnahmen.

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Hilft das? In vielen Biergärten ist derzeit brennender Kaffee zu sehen.

Quelle: Kutter

Hannover. Ob im Biergarten, im Garten oder auf dem Balkon: Überall dort, wo Menschen draußen sitzen und die letzten lauen Sommerabende genießen, wehen neuerdings Rauchschwaden durch die Luft. Auf Fensterbänken und Tischen stehen verrußte Teller, Tassen und Krüge. Was da langsam verglüht, ist Kaffeepulver. Die dabei freigesetzten Röstaromen sollen die Insekten mit den empfindlichen Riechorganen für mindestens zwei Stunden vertreiben.

Mit den Wespen ist es schließlich jedes Jahr das Gleiche: Sobald die Königinnen des Wespenvolkes sterben, schwirren die Arbeiterinnen aus und suchen Nahrung. Dummerweise sind die Vorlieben der Wespen dieselben wie die des Menschen: Sie mögen es vor allem süß. Spätestens mit dem ersten Pflaumenkuchen sind die Wespen also da.

Fast vergessenes Hausmittel

Wer das Rezept mit dem brennenden Kaffeepulver einmal ausprobiert hat, ist von der Wirkung meist fest überzeugt. Der Satz "Das hilft wirklich" ist zumindest äußerst häufig in Internetforen zu lesen, in denen der Ratschlag zurzeit eifrig weitergetragen wird.

Wespenforscher wie der Biologe Lars Krogmann vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart allerdings bleiben skeptisch. "Die Insekten nehmen die kleinsten Duftmoleküle auf. Von einem solchen Feuer lassen sie sich sicher nicht irritieren", erklärt der Experte. Man könnte auch sagen: Es interessiert die Wespen nicht die Bohne. Warum dieses alte, schon fast vergessene Hausmittel zurzeit wieder Hochkonjunktur hat, verwundert die Experten.

Eine Frage der Zeit

Doch was hilft denn nun tatsächlich gegen Wespen? Ein Teller mit Kupfermünzen, die sich in der Sonne erwärmen und so eine Duftbarriere bilden sollen? Fehlanzeige. Die Deutsche Wildtierstiftung rät, notfalls in sicherer Entfernung einen "Wespentisch" mit Weintrauben, einer Leibspeise der Tiere, aufzumachen.

Doch auch das sehen Biologen kritisch – schließlich werden auf diese Weise noch mehr Wespen angezogen. Totschlagen? Bitte nicht: Das Benachrichtigungssystem eines Wespenvolkes versetzt weitere Vertreter in aggressive Alarmstimmung, sobald ein Tier getötet wird. Von wilden Armbewegungen ist ebenfalls dringend abzuraten.

Es hilft also alles nichts. Außer: Ruhe bewahren. Und irgendwann kommt der Winter.

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