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Panorama Mindestens fünf Tote nach Unwetter in Bayern
Nachrichten Panorama Mindestens fünf Tote nach Unwetter in Bayern
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13:21 02.06.2016
Im Dauereinsatz: Ein Feuerwehrmann in Triftern (Bayern). Quelle: dpa
Simbach/Düsseldorf/Hannover

Nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern ist die Zahl der Toten auf fünf gestiegen. Am Donnerstag wurde nach Polizeiangaben in Simbach am Inn die Leiche eines 75-jährigen Mannes geborgen. Zuvor war bereits vier Menschen infolge der verheerende Flut in Niederbayern gestorben. Womöglich steigt die Opferzahl noch: Allein in Simbach werden noch drei weitere Menschen vermisst.

Die Aufräumenarbeiten in Bayern, in der Region um die am schwersten betroffenen Orte Triftern und Simbach am Inn, gehen derweil weiter. "Das Wasser zieht sich zurück. Die Lage hier hat sich beruhigt, wenn man das nach den Ereignissen so sagen darf", sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstagmorgen.

Das Wasser kam schnell: Im Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern wurden Gemeinden vom Hochwasser überrascht. Hubschrauber mussten Menschen von Häuserdächern retten. Kinder wurden in Schulen und Kindergärten eingeschlossen, tausende Haushalte waren ohne Strom – mindestens vier Menschen starben.

In der Nacht hatte es nicht mehr geregnet. Eine Einsatzbesprechung solle klären, wie es im Hochwassergebiet weiter geht. "Wir hoffen auf Verstärkung, um die Schäden zu beseitigen", so der Sprecher.

Schäden im zweistelligen Millionenbereich

Auch an anderern Regionen in Deutschlands hatten die Einsatzkräfte mit den Folgen der Unwetter zu kämpfen. In Nordrhein-Westfalen leisteten die Retter in der Nacht Schwerstarbeit. In Düsseldorf lagen Hunderte Sandsäcke bereit, um das Wasser aus einem Fluss zu stoppen, falls der über die Ufer tritt. Für Überschwemmungen und vollgelaufene Keller sorgte das Unwetter auch im Raum Hannover. 

Am Mittwochnachmittag fegte starker Regen über Hannover. Hier gibt es die Bilder des Unwetters.

Im Kreis Wesel wurde derweil am Donnerstagmorgen der Katastrophenfall ausgerufen, weil ein Damm zu brechen droht. Die Issel erreichte in der Nacht zum Donnerstag in Hamminkeln einen Pegelstand von zwei Metern, das sei 1,5 Meter höher als normal, sagte ein Sprecher des Krisenstabs. Bei einem Bruch des Dammes sei ein Gewerbegebiet betroffen. Derzeit versuchen Helfer, mit Sandsäcken den Damm zu stabilisieren. Die starken Regenfälle hatten bereits in den vergangenen Tagen zum starken Anstieg des Flusses und zu zahlreichen Überschwemmungen geführt.

Bei der Flut in Niederbayern, die nach starken Regenfällen mehrere Orte im Landkreis Rottal-Inn teils meterhoch überschwemmte, waren am Mittwoch vier Menschen ertrunken. Am Vormittag wollten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (beide CSU) in das Hochwassergebiet fahren, um sich einen Überblick über die Lage verschaffen.

Keine Entspannung am Donnerstag

Das Landratsamt in Pfarrkirchen hatte am Mittwoch den Katastrophenfall ausgerufen, als die braunen Wellen die Menschen in Triftern, Simbach am Inn und Nachbargemeinden überraschten. Keller, Tiefgaragen und Erdgeschosswohnungen wurden binnen kürzester Zeit überflutet, viele Autos mit dem Strom weggerissen. Etliche Bürger mussten mit Polizeihubschraubern gerettet werden. Der Sachschaden wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Meteorologen kündigten für die betroffene Region und weitere Gebiete in Südbayern erneut starke Regenfälle an, binnen zwölf Stunden könnten am Donnerstag wieder bis zu 30 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. "Zum Teil sind unwetterartige Mengen über 40 Liter pro Quadratmeter in sechs bis zwölf Stunden möglich", berichtete der Deutsche Wetterdienst in München. Besonders im Landkreis Passau droht demnach Ungemach. Auch für andere Bundesländer wurden teils neue Unwetter erwartet.

50 Kinder müssen in Schule übernachten

In Simbach wurden am Mittwochabend nach der verheerenden Flutwelle von Tauchern drei Leichen in einem überschwemmten Haus entdeckt. Die Bewohner der oberen Stockwerke des Mehrfamilienhauses hatten die Retter darüber informiert, dass im überfluteten Erdgeschoss noch Menschen sein müssten. Kurz darauf wurde eine Frau tot in einem Bach in der Nachbargemeinde Julbach entdeckt.

Hunderte Kinder mussten am Mittwoch bis zum Abend in zwei Schulen ausharren, weil die Zufahrtsstraßen nicht passierbar waren. Etwa 50 von ihnen konnten allerdings nicht mehr nach Hause gebracht werden und mussten, betreut von etwa zwei Dutzend Erwachsenen, in der Mittelschule von Triftern übernachten. Die vom Wasser eingeschlossenen Schüler wurden mit Hubschraubern versorgt. Mehrere Schulen sollten auch am Donnerstag wegen des Hochwassers geschlossen bleiben.

Tausende Haushalte ohne Strom

Der Energieversorger Bayernwerk hatte zudem mitgeteilt, dass Tausende Haushalte vorläufig weiter ohne Strom auskommen müssten.

In Baden-Württemberg und Franken hatte das Tief "Elvira" schon am Sonntagabend schwere Verwüstungen angerichtet. Vier Menschen waren bereits bei diesem Unwetter im Südwesten ums Leben gekommen.

dpa/RND/zys

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