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Heute ist...schon wieder ein Gedenktag

Es wird eng im Kalender Heute ist...schon wieder ein Gedenktag

Vom "Tag des Kiffens" über den "Boss-Day" bis zum "Star Wars"-Tag: Der Kalender ist voller Gedenktage. Manche sind sinnvoll, andere großer Unfug. Und manchmal verbirgt sich eine ganz skurrile Geschichte dahinter. Ein Überblick anlässlich des Tages des Händewaschens.

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Es gibt viel zu feiern, nicht nur im Oktober.

Quelle: dpa /Symbolfoto

Heute schon Hände gewaschen? Nein? Dann aber schnell. Wie gerade aus einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervorging, nehmen es viele Deutsche mit dem Händewaschen nicht so genau – das gilt vor allem für Männer und bei der Benutzung von Raststättentoiletten ( welche Mythen übers Händewaschen stimmen - und welche nicht - lesen Sie hier).

Die Nachricht kommt nicht von ungefähr: Seit dem Jahr 2008 ist der heutige 15. Oktober Welttag des Händewaschens, ausgerufen von der Weltgesundheitsorganisation WHO.  Wer seine Hände regelmäßig wäscht, der kann heute auch an Bäuerinnen und Landfrauen denken. Oder an Blinde. Denn der 15. Oktober ist auch internationaler Tag der Frauen in ländlichen Gebieten, außerdem der Tag des Weißen Stockes. Gleich drei Gedenktage an einem Datum – man muss sich entscheiden. Nicht nur heute.

Kaum noch Platz im Kalender

Der Oktober ist so randvoll mit Feier- und Gedenktagen, dass viele Daten doppelt und dreifach belegt sind. Am Freitag, 16.10., ist der Festtag zu Ehren des irischen Mönches Gallus, nachdem die Stadt St. Gallen benannt ist, aber auch der Welthungertag und der „Boss Day“, an dem sich Mitarbeiter bei ihrem Chef bedanken können – vorausgesetzt, er war nett. Bis Monatsende folgen noch 40 weitere Gedenk- und Aktionstage.

Es gibt viel zu feiern, nicht nur im Oktober. Inzwischen ist kaum noch Platz im Kalender. Mehrere Hundert Gedenk- und Aktionstage sind bereits zu beachten, jedes Jahr kommen neue hinzu. Einige gelten als sinnvoll, andere sind schierer Unfug. Es gibt keine Behörde, kein Komitee, keine Regel weder in Deutschland noch Europa noch auf dem ganzen Globus, die festlegt, was gefeiert werden darf und was nicht. Eine gewisse Autorität haben nur die Vereinten Nationen, die gut 60 Gedenktage deklariert haben.

Mehrere Hundert Gedenk- und Aktionstage gibt es bereits, jedes Jahr kommen neue hinzu. Einige gelten als sinnvoll, andere sind schierer Unfug. Welcher skurrile Tag wann gefeiert wird, sehen Sie hier.

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Neben den UN-Organisationen Unesco und WHO sowie Staaten und Kirchen kann jeder Verband, jedes Unternehmen und überhaupt jeder Mensch Aktionstage ausrufen. Im Internet-Zeitalter ist es gar nicht so schwer, einen Gedenktag publik zu machen und im Kalender unterzubringen.

Wie Autor Timo Lokoschat in seinem Buch „Es wird eng im Kalender. 365 Gedenk- und Feiertage“ schreibt, hat zum Beispiel der internationale Tag der Putzfrau 
(8. November) eine erstaunliche Karriere hingelegt. Die ursprüngliche Idee hatte Schriftstellerin Gesine Schulz, deren Romanheldin gleichzeitig Putzfrau und Privatdetektivin ist. Den angeblichen Geburtstag der Protagonistin schrieben begeisterte Leser zum Spaß in die Online-Enyklopädie Wikipedia.

Erst nach Monaten, so erklärt Lokoschat, kamen Wiki-Nutzer dem Fehler auf die Schliche und entfernten den Tag aus dem Lexikon. Da hatten allerdings schon Gewerkschaften und Medien massenhaft den Tag zum Anlass genommen, für die Rechte von Putzfrauen zu kämpfen. So bekam der internationale Tag der Putzfrau seinen Eintrag im Online-Lexikon wieder zurück.

Jede Menge Skurrilitäten

Das hat zur Folge, dass sich jede Menge Skurrilitäten in den Gedenk-Tagebüchern tummeln. Tag des Unkrauts (28. März), internationaler Kiffertag 
(20. April), „Star Wars“-Tag am 4. Mai, der auf den Fehler eines Übersetzers zurückgeht. Regisseur George Lucas beendete einst eine Rede mit dem Jedi-Gruß „Möge die Macht mit dir sein“. Auf Englisch: „May the force be with you.“ Der Übersetzer verstand und dolmetschte: „May the Fourth“ – daher 
4. Mai. 

Auch der Keine-Hausarbeit-Tag (erst wieder am 7. April), Tag des Bieres (23. April), der Tag des Schlafes (21. Juni), der Tag des Kusses (6. Juli), haben es inzwischen zu Feiertagen gebracht. In den USA geht es mitunter etwas profaner zu, dort gibt es zum Beispiel einen Gedenktag für die Eissorte Bananensplit (25. August). 

Die wohl akribischste Auflistung für die deutschen Gedenk- und Feiertagsfans gibt die Internet-Plattform „Kleiner Kalender“ vom Verlag Yves Sorge & Neue Medien. Da gibt es auch den „Hast-du-gepupst?“-Tag am 5. Februar, den Tag der verlorenen Socke am 9. Mai, den Sprich-wie-ein-Pirat-Tag am 
19. September und den Iss-ein-mit-Schokolade-überzogenes-Insekt-Tag am 14. Oktober.

Jedoch auch Gedenktage, die auf den ersten Blick erheiternd wirken, haben oft einen ernsten Hintergrund: Die WHO will am heutigen Welttag des Händewaschens an die Keime und Infektionen erinnern, die entstehen, wenn man in Sachen Handhygiene zu sehr schlampt. Übrigens: Der Daumen wird beim Waschen besonders häufig vergessen.

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