Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
"Will William überhaupt noch Royal sein?"

Presse bemängelt Arbeitseinstellung "Will William überhaupt noch Royal sein?"

Kate und William scheinen sich gerne zurückzuziehen, doch das wiederum scheint überhaupt nicht gern gesehen. Bei nur 122 offiziellen Terminen zeigte sich das einst so beliebte Paar im vergangenen Jahr. Der Presse reicht das nicht: Sie seien die "allerfaulsten Royals", lästerte bereits die "Sun".

Voriger Artikel
"Sexy Cora": Witwer klagt auf Schadensersatz
Nächster Artikel
Letzte Ehre für Nancy Reagan

Kate und William haben es scheinbar nicht so mit öffentlichen Auftritten - sehr zum Ärger der britischen Presse.

Quelle: EPA/Neilson Barnard

London. Zugegeben, er hatte schon glanzvollere Auftritte. Das Kabel ist völlig verheddert, der Helikopter steht zu weit weg, das Tanken wird zu einer komplizierten Angelegenheit. Als Prinz William kürzlich wieder zum Dienst bei seiner Rettungshubschrauberstaffel in Norfolk antritt, wirkt der 33-jährige Pilot etwas aus der Übung. Die Fotografen aber sind hocherfreut: William bei der Arbeit, welch seltenes Bild.

"Arbeitsscheu", "selbstsüchtig", "eitel" – die britische Presse ließ zuletzt kein gutes Haar am Thronfolger der Herzen und seiner Ehefrau. William und Kate seien Drückeberger, schrieben die Boulevardblätter. Es mangele ihnen an Arbeitsmoral, sie seien verwöhnt, prunksüchtig, verschwenderisch, ein Leben in Saus und Braus sei ihnen wichtiger als der Dienst an der Krone. "Viele Leute, selbst seine Freunde, fragen sich, ob William überhaupt noch ein Royal sein will", wusste etwa die "Sun".

"Sun" löst den Läster-Kanon aus

Das normalerweise königstreue Blatt war es denn auch, das den kritischen Kanon gegen das beliebte Prinzenpaar anstimmte. Auslöser war Mitte Februar eine Rede Williams vor Mitarbeitern des Auswärtigen Amts. "Ein Desaster", meinte die "Sun". Schlimm genug, dass dies sein erster öffentlicher Auftritt im Jahr 2016 war, während "unsereins bereits seit 47 Tagen schuftet". Nein, der Prinz nahm auch noch unerlaubterweise politisch Stellung. Seine lobenden Worte zu "Partnerschaften mit anderen Ländern in der UNO, Nato und anderswo" wurden als Pro-EU-Signal und Anti-Brexit-Mahnung verstanden. Einem vermeintlich neutralen Royal stehe das nicht zu, polterte die "Sun".

Prinz George und Prinzessin Charlotte lächeln rotnasig, Prinz William und Kate rangeln liebevoll im Schnee: Die Royals haben Bilder aus ihrem Winterurlaub in den Französischen Alpen veröffentlicht.

Zur Bildergalerie

Seitdem listet die Presse die Auftritte aller Mitglieder der Königsfamilie auf, um mit Zahlen zu unterfüttern, dass es mit Williams und Kates Pflichtbewusstsein nicht zum Besten steht. Lediglich 122 Termine nahm der Duke of Cambridge 2015 wahr, die Herzogin gar nur 62, für die "Sun" sind sie damit eindeutig "die allerfaulsten Royals". Dass die 34-Jährige ab Mai 2015 in der Babypause weilte, spielt keine Rolle. Sogar der tattrige, 94-jährige Queen-Ehemann Prinz Philip sei aktiver gewesen als beide zusammen, heißt es, er schaffte 250 Auftritte.

William zieht's eher zu Frau und Kindern

Als die "Daily Mail" herausfindet, William schiebe auch in seinem zivilen Beruf als Hubschrauberpilot eine ruhige Kugel, ist der Aufschrei perfekt. Ein Kollege bei der East Anglian Air Ambulance verrät der Zeitung, der Prinz arbeite, wenn überhaupt, nur 20 Stunden pro Woche. "Eigentlich ist er kaum jemals im Dienst", wird die Plaudertasche zitiert. Nur selten übernehme der Duke eine komplette Schicht. Die "Sun" fragt daraufhin: Wo ist William, wenn er nicht im Flieger sitzt, nicht im Auftrag der Königin Hände schüttelt und als Bafta-Präsident sogar die wichtigste britische Filmpreisverleihung schwänzt? Die Antwort ist bekannt: in Norfolk bei seiner Familie. Der Wunsch, den dreijährigen Sohn George und Baby Charlotte, zehn Monate alt, aufwachsen zu sehen, ist für einen jungen Vater nicht ungewöhnlich. Die Reporter aber macht das wütend.

Das Leben dort nämlich bleibt ihnen verborgen – das ist der wahre Skandal. Der Prinz, der seit dem Unfalltod seiner Mutter Diana ein gestörtes Verhältnis zur Presse pflegt, erwirkte ein Überflugverbot für den Landsitz Anmer Hall, um sich und seine Lieben vor Paparazzi zu schützen. Kontrollsucht wirft ihm die Presse seither vor. Durch die gerade veröffentlichten Hochglanzfotos aus dem Skiurlaub sieht sie sich bestätigt: Der Kensington Palace gab die trauten Bilder erst nach dem heimlichen Luxustrip in die französischen Alpen heraus. Ein einziger Fotograf durfte die Royals im Schnee besuchen. Die britische Presse reagierte beleidigt. "Beschäftigt? Arbeitsscheuer Prinz nimmt Auszeit im Windsor-Wunderland", titelte die "Sun". Ein Leser kommentierte prompt: "Auszeit wovon?"

Von Sophie Hilgenstock

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Babyleichenfunde in Deutschland

Immer wieder werden in Deutschland Leichen von Säuglingen gefunden. Ein Überblick über die Fälle der vergangenen Jahre.