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Panorama Zahl der Toten bei Mekka steigt auf über 700
Nachrichten Panorama Zahl der Toten bei Mekka steigt auf über 700
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16:59 24.09.2015
Mehr als 220 Rettungsfahrzeuge waren bei dem Unglück im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen. Quelle: AFP/Mohammed Al-Shaikh
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Mekka

Es ist das schwerste Unglück während des Pilger-Großereignisses seit 25 Jahren. Der Auslöser der Panik am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr (Ortszeit) in Mina in der Nähe von Mekka, wo sich hunderttausende Pilger versammelt hatten, war zunächst unklar. Laut einem Krankenhaus-Mitarbeiter kam es zu der Katastrophe außerhalb der Dschamarat-Brückenkonstruktion, wo die symbolische Teufelssteinigung begangen wird.

Eine Pilgergruppe, die den Ort verlassen wollte, sei dort auf eine andere Gruppe getroffen, die entweder in die Gegenrichtung wollte oder in dem Bereich campierte. Dabei sei es zu Gedränge gekommen, die in einer Massenpanik mündete. Die Zahl der Opfer mussten die Behörden, die anfangs von etwa hundert Toten gesprochen hatten, im Laufe des Donnerstags mehrfach nach oben korrigieren. Am Nachmittag meldete der Zivilschutz über den Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter mindestens "717 Tote und 805 Verletzte" aus verschiedenen Ländern.

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Die Wallfahrt ist für gläubige Muslime einer der Höhepunkte ihres Lebens. Doch in diesem Jahr kam es zu einer Katastrophe. Hunderte Menschen starben, weil bei den Sicherheitsvorkehrungen möglicherweise schwere Fehler gemacht wurden.

Zahlreiche Leichen lagen bedeckt mit weißen Laken auf dem Boden am Unglücksort. Nach Angaben der amtlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur waren mehr als 220 Rettungsfahrzeuge im Einsatz. Einsatzkräfte arbeiteten daran, den Pilgerandrang zu verringern und den "Gläubigen Zugang zu alternativen Wegen zu verschaffen". Der Iran warf Saudi-Arabien nach dem Unglück schwere Fehler bei den Sicherheitsvorkehrungen vor.

Nach Angaben des iranischen Hadsch-Organisators Said Ohadi wurden aus "unbekannten Gründen" zwei Fußwege in der Nähe des Unglücksortes gesperrt. "Das löste diesen tragischen Vorfall aus", sagte er dem iranischen Staatsfernsehen. "Die saudischen Verantwortlichen sollten haftbar gemacht werden." Mindestens 43 Iraner sind unter den Todesopfern.

Schwerstes Unglück seit 1990

Die Pilgermassen waren in Mina zusammengekommen, um Steine auf eine von drei Wänden zu werfen. Bei dieser symbolischen Teufelssteinigung, dem letzten großen Ritual vor dem Ende des Hadsch, hatte es in der Vergangenheit schon mehrfach hunderte Tote wegen einer Massenpanik gegeben. Die diesjährige Zahl der Todesopfer wird aber nur von einer Panik im Jahr 1990 übertroffen, als 1426 Pilger offenbar wegen einer ausgefallenen Belüftungsanlage in einem Fußgängertunnel erstickten.

Zuletzt waren im Januar 2006 in Mina bei einer Massenpanik 364 Pilger getötet worden. Seit fast einem Jahrzehnt war es wegen verbesserter Sicherheitsvorkehrungen aber zu keinen größeren Unglücken mehr gekommen. In diesem Jahr aber war die Pilgerfahrt schon vor ihrem Beginn von einem verheerenden Unfall überschattet: Ein Baukran stürzte am 11. September auf einen Innenhof der Großen Moschee von Mekka, 107 Menschen starben und etwa 400 weitere wurden verletzt.

Steinmeier spricht Mitgefühl aus

Dennoch entschieden die Behörden, den Hadsch stattfinden zu lassen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich "erschüttert" über die Nachricht vom Tod hunderter Menschen. "Dem saudischen Volk, allen Pilgern, die sich auf den Weg nach Mekka gemacht haben und insbesondere den Familien der Opfer, die am heutigen Tag, dem größten Festtag der Muslime, von einem solch schrecklichen Schicksalsschlag getroffen werden, gilt mein tiefes Mitgefühl", erklärte er.

Die weltweit 1,5 Milliarden Muslime feierten am Donnerstag das Opferfest Eid al-Adha, der wichtigste Feiertag für Muslime. Der Hadsch ist das weltweit größte muslimische Pilgerereignis, an dem jährlich rund zwei Millionen Menschen teilnehmen. Gemäß dem Koran muss jeder Muslim, ob Mann oder Frau, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben zur heiligsten Stätte des Islam in Mekka pilgern. Der Hadsch, an dem in diesem Jahr 1,95 Millionen Pilger teilnahmen, geht offiziell am Sonntag zu Ende.

afp/cp/jes

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