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Panorama Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf über 300
Nachrichten Panorama Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf über 300
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10:07 13.11.2017
Mit einem Spürhund suchen Rettungskräfte im iranischen Sarpol-E-Zahab nach Überlebenden. Quelle: dpa
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Teheran

Nach dem schweren Erdbeben in den südlichen Kurdengebieten in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak ist die Zahl der Toten auf mehr als 320 gestiegen. Dem iranischen Innenministerium zufolge gab es am Montag 328 Tote und 2530 Verletzte. Das irakische Innenministerium teilte mit, im Nordosten der autonomen Kurdenregion seien mindestens sieben Menschen umgekommen und 321 verletzt worden.

Bis zur Mittelmeerküste war der Erdstoß der Stärke 7,3 zu spüren. Am härtesten getroffen wurde die iranische Provinz Kermanschah, aber auch in der irakischen Kurdenregion gab es Opfer.

Das Erdbeben der Stärke 7,3 hatte die Region am Sonntagabend erschüttert. Laut dem Geoforschungszentrum Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah. Die abgelegene Bergregion ist relativ dünn besiedelt. Ein Beben in dieser geringen Tiefe kann zu noch schwereren Zerstörungen führen. Schon eine Stärke von über 7,0 kann schwere Verwüstungen in einem großen Umkreis zur Folge haben.

Die Erschütterungen waren bis zur Mittelmeerküste zu spüren, mehr als 100 Nachbeben wurden seit Sonntagabend verzeichnet. In der iranischen Provinz Kermanschah befindet sich das Sagros-Gebirge, das auch die Grenze zum Irak bildet.

Politiker sagen schnelle Hilfe zu

Iranische soziale Medien und Nachrichtenagenturen zeigten Bilder und Videos, wie Menschen bei den Erschütterungen in der Nacht aus ihren Häusern rannten. Der geistliche Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, drückte am Montagmorgen sein Beileid aus und rief die Rettungskräfte und alle Behörden auf, alles für die Betroffenen in der Region zu tun.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani sagte in einem Telefongespräch mit dem Innenministerium, die Behörden müssten schnell handeln. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Ilna berichtete, mindestens 14 Provinzen seien von dem Beben betroffen.

Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi wies den Katastrophenschutz und alle zuständigen Behörden an, Rettungseinsätze zu organisieren. Das Beben war in weiten Teilen Iraks zu spüren, von der Hauptstadt der kurdischen Region, Erbil, bis Bagdad flohen Menschen aus ihren schwankenden Häusern.

Iran ist besonders erdbebenanfällig

Der Iran befindet sich auf mehreren großen Verwerfungslinien und ist deshalb anfällig für Erdbeben. Im Jahr 2003 zerstörte ein Beben der Stärke 6,6 die historische Stadt Bam. Rund 26 000 Menschen kamen ums Leben. Bei einem Beben in der Provinz Östliches Aserbaidschan kamen m August 2012 über 300 Menschen ums Leben.

Die kurdisch-irakische Stadt Halabdscha war 1988 Schauplatz des bisher folgenschwersten Giftgaseinsatzes gegen eine Zivilbevölkerung. Rund 5000 Menschen wurden bei dem vom damaligen irakischen Staatschef Saddam Hussein befohlenen Angriff getötet.

Auch im Pazifik bebte die Erde

Auch in Mittelamerika zitterte am Sonntagabend die Erde. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,4 lag 23 Kilometer südöstlich des Badeortes Jacó an Costa Ricas Pazifikküste, wie die Seismologische Beobachtungsstelle des Landes mitteilte. Demnach wurden in der Region mehrere Nachbeben registriert, das heftigste mit einer Stärke von 5,1.

Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. Die Küstenregion ist vor allem bei Surfern beliebt. In der Stadt Alajuela kam es zu Stromausfällen, wie die Zeitung „La Nación“ berichtete. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

Von RND/dpa

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