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Zahlreiche Menschen nach Schiffsunglück auf Wolga vermisst

Russland Zahlreiche Menschen nach Schiffsunglück auf Wolga vermisst

Das Unglück geschah dort, wo die Wolga am breitesten ist: Nach dem Untergang eines Ausflugsschiffs mit 188 Menschen an Bord haben die russischen Behörden am Sonntag jede Menge Rettungskräfte entsandt. Aber sie sprachen zunächst nur von einer Toten.

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Rettungskräfte suchen auf der Wolga nach Überlebenden.

Quelle: dpa

Moskau. Ein russisches Ausflugsschiff mit 188 Menschen an Bord ist am Sonntag im Unwetter auf der Wolga gesunken. Der Zivilschutz nannte Stunden nach dem Unglück am Sonntagabend und nach einer Krisensitzung die Zahl von 105 Vermissten. Ein geretteter Passagier sprach nach Angaben der Agentur Interfax von vielen Toten, darunter auch Kinder. Offiziell bestätigt war aber zunächst nur, dass eine Frau ertrunken sei. Die etwa 60 Jahre alte „Bulgaria“ war am Nachmittag bei Sjukejewo etwa 80 Kilometer von Kasan - der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan - entfernt gesunken.

„Der Kapitän hätte wissen müssen, dass das Wetter keine Kreuzfahrten erlaubt“, sagte der Sprecher der örtlichen Zivilschutzbehörde, Michail Turkow, nach Angaben der Agentur Interfax. Etwa 80 Menschen waren von einem anderen Schiff - der „Arabella“ - in der Nähe gerettet worden. Den ganzen Tag über hatte es widersprüchliche Angaben zur Zahl der Menschen an Bord sowie zu den Geretteten und Vermissten gegeben.

Präsident Dmitri Medwedew ordnete einen Großeinsatz von Rettungskräften an. Das Zivilschutzministerium schickte ein Rettungsflugzeug mit Sondereinsatzkräften sowie Tauchern in die Region. Die Generalstaatsanwaltschaft entsandte Sonderermittler. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem Unglück geführt haben: das Unwetter, das hohe Alter des Schiffs sowie unzureichende Sicherheitsvorkehrungen an Bord, hieß es.

Die „Bulgaria“ war nach Augenzeugenberichten bei schlechtem Wetter havariert, wie der Radiosender „Echo Moskwy“ berichtete. Demnach sank das Schiff mit zwei Decks innerhalb weniger Minuten rund drei Kilometer vom Ufer entfernt. An der Unglücksstelle ist die Wolga den Angaben zufolge am breitesten und etwa 20 Meter tief.

Zur genauen Unglücksursache machten die Behörden zunächst keine Angaben. Es wurde allerdings ein Verfahren wegen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften eingeleitet. Möglicherweise waren zu viele Menschen an Bord. Demnach reisten auf der „Bulgaria“ 148 Touristen sowie 40 Besatzungsmitglieder einschließlich Bordbedienung. Das Schiff des Reiseanbieters „Agroretschtur“ war nach Medienberichten um 1955 in der damaligen Tschechoslowakei gebaut worden.

dpa

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Russland
Der russische Fernsehsender NTV zeigte ein Archivbild der "Bulgarien". Das Schiff ist auf der Wolga havariert.

Nach der schweren Schiffskatastrophe mit vermutlich etwa 100 Toten auf dem russischen Fluss Wolga bergen Taucher immer mehr Leichen. Unter den Toten sind nach Angaben von Überlebenden auch viele Kinder. Etwa 80 der mehr als 180 Menschen an Bord waren am Sonntag gerettetet worden.

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