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Nach Attacke

Zeugin schildert S-Bahn-Täter 
als „ausgetickt“


Rund eine Woche nach dem tödlichen Gewaltausbruch an einer Münchener S-Bahn-Station gibt es weiter widersprüchliche Angaben darüber, inwieweit die Zeugen zu helfen versuchten. Laut Staatsanwaltschaft bemühten sich zahlreiche Anwesende, in irgendeiner Form einzugreifen.
Blumen am S-Bahnhof Solln in München.

Blumen am S-Bahnhof Solln in München.

© ddp

Eines der vier Kinder, denen der totgeprügelte 50-Jährige zu Hilfe geeilt war, sagte allerdings: „Wir haben ,Helft uns!‘ geschrien, aber die Leute sind vorbeigegangen. Nur am anderen Bahnsteig haben welche ,Aufhören!‘ rübergeschrien.“ Staatsanwalt Laurent Lafleur sagte dagegen dem „Focus“, die Darstellung, 15 Passanten hätten tatenlos zugesehen, sei „schlichtweg falsch“. Den Ermittlern zufolge versuchten Zeugen, die Schläger durch Zurufe zu stoppen, zudem gingen mehrere Notrufe ein.

Dominik Brunner war am 12. September von zwei 17- und 18-Jährigen mit mehr als 20 Faustschlägen und Fußtritten umgebracht worden. Er hatte vier Schüler vor einem Raubüberfall der beiden Täter schützen wollen. Eines der Kinder, ein 13-jähriges Mädchen, schilderte in der Münchener „Abendzeitung“, die beiden Täter seien „mit geballten Fäusten auf unseren Beschützer losgegangen“. „Er rief uns noch zu: ,Haltet euch raus!‘“ Dann habe er einen der beiden mit einem Schlag empfangen, der daraufhin „total ausgetickt“ sei. Immer wieder habe er wie von Sinnen auf den Manager eingeschlagen und -getreten, auch als dieser schon am Boden gelegen habe. Dabei habe er ein Schlüsselbund in der Hand gehabt. Die schrecklichen Bilder vom S-Bahnhof Solln verfolgen die 13-Jährige bis in den Schlaf. „Ich wache dauernd auf, ich höre Stimmen“, sagte sie.

ddp

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