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Keine späte Sühne für Mord an Frederike

Schmerzensgeldklage abgewiesen Keine späte Sühne für Mord an Frederike

Vor 35 Jahren wurde die 17-jährige Frederike umgebracht, der Täter freigesprochen. Obwohl DNA-Beweise ihn später schwer belasteten, bleibt der Mord ungesühnt. Nun ist Frederikes Vater auch mit einer Zivilklage gescheitert. Seine Ansprüche auf Schmerzensgeld sind verjährt.

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Hans von Möhlmann mit einem Foto seiner damals 17-jährigen Tochter Frederike.

Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Lüneburg. Im Zivilprozess um den ungesühnten Mord an einer 17-Jährigen vor fast 35 Jahren ist auch die Klage des Vaters auf Schmerzensgeld erfolglos. Die Kammer bestätigte in ihrem Urteil, das die Ansprüche verjährt sind. Die Entscheidung kommt nicht überraschend.  "Die Gesetzeslage ist hier eindeutig", hatte der Vizepräsident des Landgerichts, Burghard Mumm, bereits vor einem Monat angedeutet. Die Frist für ein Schmerzensgeld endet nach 30 Jahren.

Der Vater des Opfers, Hans von Möhlmann, hatte für die erlittenen physischen und psychischen Leiden 7000 Euro von einem 56-Jährigen gefordert. Der Mann war der Hauptverdächtige im Mordfall Frederike, er wurde aber bereits 1983 freigesprochen. Im Jahr 2012 konnten Experten des niedersächsischen Landeskriminalamtes mit neuen Methoden DNA-Spuren sichern, die den 56-Jährigen schwer belasten sollen. Nach dem Freispruch ist eine Wiederaufnahme des Verfahrens aber nur möglich, wenn der 56-Jährige die Tat gesteht – das geschah jedoch bislang nicht.

Die 17-jährige Frederike aus dem niedersächsischen Hambühren war am 4. November 1981 bei Celle vergewaltigt und erstochen worden. Die junge Frau war auf dem Heimweg von einer Chorprobe als Anhalterin in ein Auto gestiegen. Der Gesetzgeber habe bei der Festlegung der Verjährungsfristen für Schmerzensgeldklagen nicht bedacht, dass mit modernen Methoden womöglich ein über 30 Jahre zurückliegendes Ereignis aufgeklärt werden könne, kritisierte von Möhlmanns Anwalt, Wolfgang Schädler. Sein Mandant sei aufgebracht: "Er hatte gehofft, dass der Prozess nicht an der Verjährung scheitern würde."

Schädler hatte angekündigt, im Falle einer Ablehung Berufung einzulegen. Der Fall ginge dann an das Oberlandesgericht in Celle. Der Rechtsanwalt des beklagten 56-Jährigen, Matthias Waldraff, bezeichnete eine Änderung der Verjährungsfrist als verfassungswidrig. "Wir würden den Boden des Rechtssystems verlassen", sagte Waldraff. Die Richterin halte die Ansprüche für verjährt, das sei in der Verhandlung sehr deutlich zum Ausdruck gekommen, sagte der Anwalt. 

dpa/aks

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