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Tennis-Rüpel Kyrgios beleidigt Gegner

Zoff beim ATP-Masters Tennis-Rüpel Kyrgios beleidigt Gegner

Er hat es schon wieder getan: "Bad Boy" Nick Kyrgios hat sich beim ATP-Masters in Montreal mit dem Schweizer Stan Wawrinka angelegt. Mit seinem derben Spruch handelte er sich eine Geldstrafe ein. Es war nicht die erste Entgleisung des ebenso talentierten wie unbeherrschten Australiers.

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Bad Guy auf dem Platz: Tennisprofi Nick Kyrgios.

Quelle: dpa

Montreal/Köln . Seine Anhänger sagen, er bringe Leben in die lahme Bude, seine Gegner, er sei ein ungehobelter Rotzlöffel: Australiens Jungstar Nick Kyrgios hat nicht nur die härteste Vorhand im Tenniszirkus, sondern auch die härtesten Umgangsformen. Nun wurde French-Open-Sieger Stan Wawrinka das neueste Opfer des Nachwuchs-Bad-Boys, der sich in bester Tradition eines John McEnroe oder Ilie Nastase durch die Tour pöbelt. Tatort: Montreal, Rogers Cup, zweite Runde. Beim Stand von 7:6, 4:6, 0:4 muss Wawrinka wegen Rückenschmerzen aufgeben, Shakehands zwischen dem Schweizer und Kyrgios - alles ganz normal. Erst nach dem Match erfährt Wawrinka, dass sein Gegner im zweiten Satz in die unterste Schublade gegriffen hatte. Gut hörbar aufgefangen vom Platzmikrofon hatte Kygrios verkündet, dass sich sein Aussie-Kollege Thanasi Kokkinakis und Wawrinkas Flamme Donna Vekic menschlich wie körperlich sehr nahe gekommen seien.

"Kokkinakis banged your girlfriend, sorry to tell you that, mate", sagte Kyrgios: "Kokkinakis hat deine Freundin gebumst, sorry, dir das sagen zu müssen, Kumpel." Wawrinka (30) hatte sich im April von seiner Frau Ilham (41) getrennt, Nachfolgerin an seiner Seite soll Kroatiens Tennis-Hoffnung Vekic (19) sein - offizielle Aussagen gab es dazu nicht. In einem ATP-Statement heißt es, dass das Verhalten eine Geldstrafe nach sich zieht. Weitere Details der Strafe sollen aber erst bekannt gegeben werden, nachdem Kyrgios über die Strafe informiert worden ist.

Kokkinakis (19) gehört wie Rüpel Kyrgios zu den jungen Wilden im australischen Tennis. Nach dem Spiel holte Wawrinka zur Gegenattacke aus und feuerte via Twitter aus allen Rohren. "Das würde ich nicht einmal zu meinem schlimmsten Feind sagen. So tief zu sinken, ist inakzeptabel und jenseits jeder Vorstellungskraft", schrieb der zweimalige Grand-Slam-Champion.

Auch Wawrinkas Coach Magnus Norman keilte aus: "Das war ganz schwach, Nick Kyrgios. Ich hoffe, du hast ein paar Leute um dich, die dir heute mal etwas über das Leben erzählen können." Ob sein Umfeld dazu angetan ist, Kyrgios charakterlich auf Kurs zu bringen, ist fraglich. In Montreal feierte dessen Landsmann Lleyton Hewitt sein Debüt als Kyrgios-Berater. Der frühere Weltranglistenerste, mittlerweile altersmilde und kurz vor dem Karriereende, legte sich als Jungprofi mit allem und jedem an, schaffte es einst im Magazin GQ unter die zehn meistgehassten Sportler der Welt. Stramm in Richtung dieser Top 10 wie auch jener im Welttennis bewegt sich Kyrgios mit seiner Bilanz der letzten 14 Monate. Roger Federer hat er geschlagen, Rafael Nadal ebenso, stand auf Weltranglistenplatz 25. Sportliche Highlights wechselten sich dabei aber mit Flegel-Anfällen ab.

Australiens Schwimmikone Dawn Fraser watschte der Aussie mit griechisch-malaysischen Wurzeln nach deren dümmlichen Aussagen über seine Herkunft als "unverfrorene Rassistin" ab, erklärte öffentlich, dass er Tennis ohnehin hasse und lieber Basketball spiele, schenkte bei der Wimbledon-Pleite gegen Richard Gasquet diverse Punkte laut schimpfend ab und begründete dies mit "external bullshit". Mecker-Meister McEnroe meinte hernach: "Morgen wird er schon einsehen, dass er sich wie ein Arsch benommen hat." Mit Einsicht ist es bei Kyrgios allerdings nicht weit her, auch in Montreal gab er das trotzige Kind: "Wawrinka war im ganzen Match frech zu mir", sagte er: "Und dann ist das eben in der Hitze des Gefechts passiert."

sid

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