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Zorneding setzt Zeichen gegen Rassismus

Solidaritätskundgebung für Pfarrer Zorneding setzt Zeichen gegen Rassismus

Nach dem Rücktritt des dunkelhäutigen katholischen Pfarrers wegen Morddrohungen haben bis zu 3000 Menschen in Zorneding ein Zeichen gegen Ausländerhass gesetzt. "Wir schämen uns", sagte der CSU-Bürgermeister auf der Kundgebung.

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Im Anschluss an die Kundgebung für Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende bildeten die Teilnehmer eine Lichterkette zwischen den beiden Kirchen und dem Rathaus des Ortes

Quelle: dpa

Zorneding. Bei einer Kundgebung haben sich im bayerischen Zorneding am Mittwochabend bis zu 3000 Menschen mit dem zurückgetretenen dunkelhäutigen Pfarrer solidarisiert. "Olivier, wir stehen hinter Dir", hieß es am Mittwochabend auf einem Plakat der Demonstranten. Andere hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Zorneding ist bunt" in die Höhe.

Beschlossen wurde die Kundgebung mit einer Lichterkette, die von einer evangelischen zu einer katholischen Kirche reichte. Fünf Minuten lang läuteten dabei die Glocken.

Um sich mit dem nach Morddrohungen zurückgetreten Pfarrer zu solidarisieren, sind im oberbayerischen Zorneding 3000 Menschen auf die Straße gegangen.

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Bürgermeister: "Wir schämen uns"

Der aus dem Kongo stammende katholische Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende hatte nach mehreren rassistisch motivierten Morddrohungen am Sonntag seinen Rücktritt als Pfarrer der nahe München gelegenen Gemeinde erklärt. Tags darauf zog der 66-jährige aus dem Pfarrhaus aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung gegen unbekannt. Der Geistliche war seit 2012 Pfarrer in Zorneding. Er ist promovierter und habilitierter Philosoph und besitzt inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft.

Zornedings Bürgermeister Piet Mayr (CSU) sagte am Abend: "Wir schämen uns". Es sei wichtig, Flagge zu zeigen gegen Hetze und Fremdenfeindlichkeit. Zorneding sei nicht der braune Ort, wie er nach diesem Vorfall zum Teil dargestellt werde.

Das Erzbistum München-Freising hatte mitgeteilt, Ndjimbi-Tshiende werde trotz der Welle der Solidarität nicht mehr nach Zorneding zurückkehren. Er befindet sich an einem geheimen Ort und wird abgeschirmt von der Öffentlichkeit auf seine neue Aufgabe als Priester vorbereitet.

Todesdrohungen gegen Bamberger Erzbischof

Eine Online-Petition "Unser Pfarrer soll in Zorneding bleiben" hatten bis Donnerstagvormittag fast 70.000 Menschen unterschrieben. Ndjimbi-Tshiende schlug versöhnliche Töne an. Er blicke ohne Zorn oder Verbitterung auf seine Jahre in der Pfarrei zurück, ließ der 66-Jährige vom Erzbistum verbreiten. Auch habe er sich mit der ehemaligen CSU-Ortsvorsitzenden Sylvia Boher versöhnt. Deren ausländerfeindliche Äußerungen hatte der Pfarrer im vergangenen Herbst kritisiert, woraufhin die rassistische Hetze gegen ihn samt mehreren anonymen Morddrohungen ins Rollen kam.

Unterdessen wurde bekannt, dass auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Todesdrohungen bekommt. Der Kirchenmann bezieht immer wieder Stellung gegen Ausländerfeindlichkeit. Seit Ende 2014 erhalte Schick Hasskommentare auf Facebook oder werde in anonymen E-Mails bedroht, sagte eine Bistumssprecherin am Mittwoch. Die Drohungen seien nie konkret, erläuterte die Sprecherin. Dennoch wurde die Polizei eingeschaltet.

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Rassismus
Foto: Die katholische Pfarrkirche von Zorneding. Der aus dem Kongo stammende Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende ist nach Morddrohungen und rassistischen Äußerungen zurückgetreten.

Er wurde von Lokalpolitikern als "Neger" beschimpft und erhielt fünf Morddrohungen – jetzt tritt der aus dem Kongo stammende katholische Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende zurück. Im Netz macht sich Empörung breit.

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