Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Hat Hannoveraner die S-Bahn zugemauert?
Nachrichten Panorama Hat Hannoveraner die S-Bahn zugemauert?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:50 15.07.2015
Die bisher unbekannten Täter mauerten die Tür Ende April zu. Im Video zeigen sie, wie sie die Steine dafür heranschleppen, den Zement anrühren, die Steine zuschneiden und schließlich die Mauer hochziehen. Quelle: Bundespolizei/dpa
Anzeige
Hamburg

Der fast sechs Minuten lange Film steht seit Montag im Netz. Er zeigt, wie zwei Vermummte Material heranschaffen und eine Tür der S-Bahn fachgerecht zumauern. Außerdem filmten die Täter die Reaktionen von Fahrgästen, die durch die sich öffnende S-Bahn-Tür einsteigen wollten – und plötzlich vor einer Mauer standen.

Zur Galerie
Unbekannte Täter haben Ende April die Tür einer Hamburger S-Bahn von innen zugemauert.

Dem auch bei YouTube eingestellten Video zufolge handelt es sich um eine Künstlergruppe namens "Moses & Taps". Wie die "Hamburger Morgenpost" berichtet, ist das Besprühen von Zügen ein Spezialgebiet der Gruppe, die ihre Identität verbirgt. Auch in Hannover ist schon seit Jahren ein Sprayer mit dem Namen "Moses" unterwegs. Auf sein Konto gehen offenbar ungezählte Graffitis an Hauswänden und Zügen, auch der NDR und die "Bild"-Zeitung berichteten über den selbsternannten "Topsprayer". Allerdings legt die Geschichte von "Moses & Taps" nahe, dass sich dahinter eine ganze Gruppe verbergen könnte. Denn unter diesen Kürzeln waren Sprüher in ganz Europa unterwegs, und die Ergebnisse tragen durchaus unterschiedliche Handschriften. Zudem berichten die Sprüher in anderen Internetvideos, dass es zu ihrem künstlerischen Konzept gehöre, dass nicht immer nur eine Person einen bestimmten Namen sprüht, wie es sonst in der Szene üblich ist.

Die betroffene S-Bahn war am 28. April vom Betriebsbahnhof Barmbek in Richtung Blankenese unterwegs. Erst auf dem Rückweg nach Altona wurde der Zugführer auf die zugemauerte Eingangstür aufmerksam. Der Schaden durch den Ausfall des Wagens soll sich auf mehrere 10.000 Euro belaufen.

Polizei hofft auf eine neue Spur

Die Bundespolizei fahndete bislang vergeblich nach den Tätern, wie der Sprecher der Bundespolizei Hamburg, Rüdiger Carstens, am Dienstag sagte. "Unsere Ermittler werten jetzt das Video gründlich aus. Es gibt uns neue Ermittlungsansätze." Den Tätern drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe.

Kameramann machte Fehler

Das Video ist durchaus gut gemacht, man kann von einem "kriminellen Gesamtkunstwerk" aus Video und Mauer sprechen. Die Täter haben eine semi-professionelle Kamera und ein Smartphone für die Aufnahmen verwendet. Der Kameramann hat vermutlich beruflich mit Video-Produktionen zu tun. Er versteht sich auf szenische Auflösungen von Situationen, verwendet also sämtliche Einstellungen, um eine Geschichte filmisch spannend zu erzählen.

Dem Kameramann sind aber auch handwerkliche Fehler unterlaufen. In mehreren Situationen spiegelt er sich in der Tür oder in einer Scheibe der S-Bahn. Eventuell wird die Polizei dadurch Hinweise auf seine Identität gewinnen können, da der Kameramann in diesen Szenen offen und nicht verdeckt filmte. Die Ermittler wissen deshalb zumindest, welche Kleidung er trug, und können diese Information mit den Aufnahmen der Überwachungskamera abgleichen.

dpa/ms

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Traditionelle Rennen als Zeichen der Trauer abgesagt - Tourist in Spanien bei Stierhatz getötet

Ein französischer Tourist ist in Spanien bei einem der traditionellen Stiertreiben ums Leben gekommen. Der 44-Jährige wurde in der Nacht zum Dienstag bei einer Hatz in der Gemeinde Pedreguer in der Provinz Alicante im Osten des Landes von einem Bullen aufgespießt.

14.07.2015
Panorama Kapazitäten "total erschöpft" - Mallorca will Touristen begrenzen

Weniger Touristen in den Sommermonaten - ist das überhaupt vorstellbar? Die neue Regierung der Balearen meint: Ja. Sie erwägt ein Besucherlimit für die stärkste Zeit, die heißen Monate. Und das gerade nach den Anschlägen in Tunesien, wo sich viele Urlauber in Richtung Europa orientieren.

14.07.2015
Panorama Pannen im Gefängnis Altiplano - "El Chapo" auf dem Weg zu alter Macht

Hinter den Mauern vom Altiplano-Gefängnis sitzen die gefährlichsten Kriminellen Mexikos. Der Ausbruch von Joaquín "El Chapo" Guzmán offenbart gravierende Mängel in der eigentlich sichersten Haftanstalt des Landes. Und Mexiko bleibt nichts anderes übrig, als 3,4 Millionen Euro Kopfgeld auszusetzen.

14.07.2015
Anzeige