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Hat Hannoveraner die S-Bahn zugemauert?

Vandalismus in Hamburg Hat Hannoveraner die S-Bahn zugemauert?

Ende April mauerten Unbekannte die Tür einer Hamburger S-Bahn zu. Jetzt ist im Internet ein Video erschienen, dass die komplette Aktion der vermummten Täter zeigt – und den Verdacht aufkommen lässt, dass ein bekannter Graffiti-Sprayer aus Hannover beteiligt war.

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Die bisher unbekannten Täter mauerten die Tür Ende April zu. Im Video zeigen sie, wie sie die Steine dafür heranschleppen, den Zement anrühren, die Steine zuschneiden und schließlich die Mauer hochziehen.

Quelle: Bundespolizei/dpa

Hamburg. Der fast sechs Minuten lange Film steht seit Montag im Netz. Er zeigt, wie zwei Vermummte Material heranschaffen und eine Tür der S-Bahn fachgerecht zumauern. Außerdem filmten die Täter die Reaktionen von Fahrgästen, die durch die sich öffnende S-Bahn-Tür einsteigen wollten – und plötzlich vor einer Mauer standen.

Unbekannte Täter haben Ende April die Tür einer Hamburger S-Bahn von innen zugemauert.

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Dem auch bei YouTube eingestellten Video zufolge handelt es sich um eine Künstlergruppe namens "Moses & Taps". Wie die "Hamburger Morgenpost" berichtet, ist das Besprühen von Zügen ein Spezialgebiet der Gruppe, die ihre Identität verbirgt. Auch in Hannover ist schon seit Jahren ein Sprayer mit dem Namen "Moses" unterwegs. Auf sein Konto gehen offenbar ungezählte Graffitis an Hauswänden und Zügen, auch der NDR und die "Bild"-Zeitung berichteten über den selbsternannten "Topsprayer". Allerdings legt die Geschichte von "Moses & Taps" nahe, dass sich dahinter eine ganze Gruppe verbergen könnte. Denn unter diesen Kürzeln waren Sprüher in ganz Europa unterwegs, und die Ergebnisse tragen durchaus unterschiedliche Handschriften. Zudem berichten die Sprüher in anderen Internetvideos, dass es zu ihrem künstlerischen Konzept gehöre, dass nicht immer nur eine Person einen bestimmten Namen sprüht, wie es sonst in der Szene üblich ist.

Die betroffene S-Bahn war am 28. April vom Betriebsbahnhof Barmbek in Richtung Blankenese unterwegs. Erst auf dem Rückweg nach Altona wurde der Zugführer auf die zugemauerte Eingangstür aufmerksam. Der Schaden durch den Ausfall des Wagens soll sich auf mehrere 10.000 Euro belaufen.

Polizei hofft auf eine neue Spur

Die Bundespolizei fahndete bislang vergeblich nach den Tätern, wie der Sprecher der Bundespolizei Hamburg, Rüdiger Carstens, am Dienstag sagte. "Unsere Ermittler werten jetzt das Video gründlich aus. Es gibt uns neue Ermittlungsansätze." Den Tätern drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe.

Kameramann machte Fehler

Das Video ist durchaus gut gemacht, man kann von einem "kriminellen Gesamtkunstwerk" aus Video und Mauer sprechen. Die Täter haben eine semi-professionelle Kamera und ein Smartphone für die Aufnahmen verwendet. Der Kameramann hat vermutlich beruflich mit Video-Produktionen zu tun. Er versteht sich auf szenische Auflösungen von Situationen, verwendet also sämtliche Einstellungen, um eine Geschichte filmisch spannend zu erzählen.

Dem Kameramann sind aber auch handwerkliche Fehler unterlaufen. In mehreren Situationen spiegelt er sich in der Tür oder in einer Scheibe der S-Bahn. Eventuell wird die Polizei dadurch Hinweise auf seine Identität gewinnen können, da der Kameramann in diesen Szenen offen und nicht verdeckt filmte. Die Ermittler wissen deshalb zumindest, welche Kleidung er trug, und können diese Information mit den Aufnahmen der Überwachungskamera abgleichen.

dpa/ms

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