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Zwei Tote Seeleute nach Schiffskollision auf Nord-Ostsee-Kanal
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Frachter havariert Zwei Tote Seeleute nach Schiffskollision auf Nord-Ostsee-Kanal

Im dichten Nebel sind am Donnerstag auf dem vielbefahrenen Nord-Ostseekanal zwei Schiffe kollidiert. Zwei Seeleute starben, zwei weitere wurden schwer verletzt. Ein Frachter ist nicht mehr fahrtüchtig.

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Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine vielbefahrene Wasserstraße. Immer wieder kam es hier zu Schiffskollisionen.

Quelle: dpa (Archiv)

Bei einer Schiffskollision in dichtem Nebel auf dem Nord-Ostsee-Kanal sind am Donnerstagmorgen zwei Seeleute ums Leben gekommen. Drei weitere Männer wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Ein Frachter konnte nicht weiterfahren und musste von Schleppern weggezogen werden. Mehr als 100 Einsatzkräfte eilten zur Unfallstelle. Die örtliche Wasserschutzpolizei und die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen suchen nach der Ursache für den schlimmsten Unfall auf dem Kanal seit Jahren.
Kurz nach 7.00 Uhr war das unter britischer Flagge fahrende 150 Meter lange Containerschiff „OOCL Finnland“ nahe der Grünentaler Hochbrücke (Kreis Dithmarschen) mit dem entgegenkommenden russischen Frachter „Tyumen-2“ zusammengestoßen. Das berichtete das gemeinsame Havariekommando von Bund und Küstenländern in Cuxhaven. Die Wucht des Aufpralls riss die Brücke des 116 Meter langen und 13 Meter breiten Frachters herab. Sie stürzte teilweise auf das Vorschiff der „OOCL Finnland“.
Dabei wurde nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Brunsbüttel ein Kanalsteuerer - ein Steuermann, der aufs Fahren im Kanal spezialisiert ist - mit heruntergerissen. Er schlug auf dem Containerschiff auf und starb. Ein Lotse fiel auf das Deck des russischen Frachters und erlitt tödliche Verletzungen. Der Kapitän der „Tyumen-2“ sowie ein Besatzungsmitglied wurden schwer verletzt und kamen ins Krankenhaus in Heide. Laut Rettungsleitstelle Westküste schwebte einer von ihnen in Lebensgefahr. Ein fünfter Mann erlitt leichte Verletzungen. Zuletzt war 2002 ein Seemann auf dem Nord-Ostsee-Kanal ums Leben gekommen.
„Das komplette Steuerhaus ist weg“, sagte der WSA-Sprecher Thomas Fischer. Eine Havarie diesen Ausmaßes sei sehr selten. Um auf die beiden Schiffe zu kommen, mussten die Einsatzkräfte auf Kanalfähren steigen, die sie zum Unfallort brachten.

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen in Hamburg schickte kurz nach dem Unfall ein Team von vier Ermittlern los. Unter ihnen sind drei Nautiker und eine Spezialistin für den Schiffsdatenschreiber. Er zeichnet unter anderem die Geschwindigkeit, Sensordaten und Gespräche auf. „Die Daten sind bei der Ermittlung der Unfallursache von erheblicher Bedeutung“, sagte der Behördenleiter Jörg Kaufmann.

Der Kanal wurde am Vormittag zunächst komplett gesperrt; vor den Schleusen Brunsbüttel und Kiel staute sich der Verkehr vorübergehend. Ein Peilschiff machte sich auf den Weg zur Unfallstelle, um nach Trümmern zu suchen. Die Experten fanden Reste des Führerhauses. Am Nachmittag wurde die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt wieder halbseitig für den Verkehr freigegeben.

Schlepper zogen den russischen Holzfrachter „Tyumen-2“ zur Ausweichstelle Fischerhütte. Das Containerschiff „OOCL Finnland“ fuhr in Richtung Rendsburg weiter. Dort sollte es für die weiteren Untersuchungen festmachen. Nach dem Zusammenstoß mussten ein drittes Schiff nahe der Unfallstelle und ein viertes Schiff einige Kilometer entfernt in die Böschung fahren, weil sie nicht stoppen konnten.

Einen nennenswerten Schadstoffaustritt habe es nicht gegeben, sagte eine Sprecherin des Havariekommandos. Am Morgen war zunächst von ausgelaufenem Hydrauliköl die Rede. Sicherheitshalber hatte das Havariekommando das Mehrzweckschiff „Neuwerk“ geschickt, um gegen auslaufendes Öl anzugehen.

dpa

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