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Panorama Osnabrücker verkaufen Burger aus Insekten
Nachrichten Panorama Osnabrücker verkaufen Burger aus Insekten
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09:38 12.02.2016
Baris Özel und der "Insekten-Burger": Das Fleisch besteht zu rund fünfzig Prozent aus Buffalo-Würmern (Getreideschimmelkäferlarven). Quelle: Ingo Wagner/dpa
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Osnabrück

Der "Insekten-Burger" sieht aus wie jeder andere Burger: Eine Brötchenhälfte unten, eine oben, dazwischen Salat, Tomate, Zwiebeln – und ein Bratling. Allerdings besteht dieser nicht aus Rindfleisch, sondern zur Hälfte etwa aus gemahlenen Getreideschimmelkäferlarven (auch Buffalo-Würmern genannt). Das ist dem "Insekten-Burger" allerdings nicht anzusehen – und das ist auch gut so. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

Insekten auf dem Speiseplan

"Schmeckt wie Falafel", sagt Jungunternehmer Max Krämer. Der 30-Jährige und sein 28-jähriger Kollege Baris Özel haben den "Insekten-Burger" entwickelt. Auf ihrer Internetseite schwärmen sie davon, dass er "großartig" aussehe und "großartig" schmecke. Trotzdem könnten sie es mit ihrem "Bux-Burger" in Deutschland schwer haben. Getreideschimmelkäferlarven werden bisher vor allem kleinen Reptilien serviert. Als Essen für den Menschen haben sich Insekten dagegen noch nicht etabliert. Anderswo schon.

In Afrika, Asien, Australien – auf all diesen Kontinenten gehören Insekten zur täglichen Nahrung von zwei Milliarden Menschen, wie die Welternährungsagentur der Vereinten Nationen (FAO) festgestellt hat. Im Westen sind gegrillte, frittierte oder gedünstete Grillen, Maden, Würmer oder Ameisen bislang eher ein Partygag. Die meisten Deutschen werden Insekten als Essen wahrscheinlich nur aus dem RTL-"Dschungelcamp" kennen.

Reich an Proteinen und gesunden Fetten

Dabei bieten Insekten so viele Vorteile – behauptet die Welternährungsagentur der Vereinten Nationen (FAO): Sie seien gesund und nahrhaft, reich an Proteinen und gesunden Fetten, besäßen viel Kalzium, Eisen und Zink. Ihre Aufzucht sei weniger klimaschädlich als die der meisten anderen Tiere, sie belaste das Grundwasser weniger. Und Insekten seien effizienter: Um dieselbe Menge an Proteinen zu erzeugen, benötigten Grashüpfer zwölfmal weniger Futter als Rinder und halb so viel Futter wie Schweine oder Hähnchen.

In der Europäischen Union ist das Essen ganzer Insekten auch erlaubt – nicht aber der Genuss von verarbeiteten Tieren. Und gemahlene und zu Burger-Klopsen verarbeitete Insekten gelten als neuartige Lebensmittel (Novel Food). "Es ist ein neues Nahrungsmittel, und das muss erst auf seine Verträglichkeit getestet werden", erklärt Sergiy Smetana, Doktorand beim Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück.

Özel: "Er wird aufgegessen"

"Wir müssen nun intensive Forschung treiben und beweisen, dass unsere Burger nicht gefährlich sind", sagt Baris Özel. Mit Partnern aus Belgien, Holland und Deutschland sollen in den nächsten zwei Jahren Forschungsergebnisse gesammelt werden.

Allerdings gibt es schon zwei Restaurants in Belgien, die die Burger anbieten – offenbar sind die Gesundheitsbehörden in Belgien nicht so streng wie die deutschen. Die Nachfrage sei zwar noch nicht hoch, aber diejenigen, die ihn essen, gäben ein gutes Feedback, sagt Özel. "Der Burger wird pro Tag mindestens zweimal gekauft, und er wird aufgegessen."

dpa/wer

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