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20 koptische Christen in Libyen entführt

Radikalislamische Miliz verantwortlich 20 koptische Christen in Libyen entführt

In Libyen sind erneut ägyptische Christen in die Hände von Islamisten gelangt. Insgesamt 20 Kopten seien in den vergangenen Tagen in der Küstenstadt Sirte entführt worden, verlautete aus Kreisen der international anerkannten libyschen Regierung.

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Die Stadt Sirte 2011 nach dem Tod von Muammar al-Gaddafi. Das Bürgerkriegs-gebeutelte Land Libyen wird seit dem Sturz des Machthabers von bewaffneten Milizen beherrscht.

Quelle: Guillem Valle/dpa (Archiv)

Tripolis/Sirte. Verantwortlich sei die Gruppe Ansar al-Scharia. Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi zum Teil von bewaffneten Milizen beherrscht, die christliche Minderheit lebt vermehrt in Angst. Wie der Regierungsvertreter sagte, wurden allein am Samstag 13 Kopten in Sirte entführt. Die anderen seien in den vorangegangenen Tagen verschleppt worden. Genauere Angaben zur Identität der Ägypter wurden nicht gemacht.

Erst am Tag vor Heiligabend hatten Bewaffnete in Sirte ein koptisches Ärztepaar aus Ägypten getötet und deren 13-jährige Tochter entführt. Drei Tage später wurde das Mädchen tot aufgefunden. Die Behörden vermuteten einen religiösen Hintergrund der Tat, da aus dem Haus der Familie nichts gestohlen wurde.

Koptische Christen werden verfolgt

Sirte, das rund 500 Kilometer östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis liegt, befindet sich in der Hand radikalislamischer Milizen, darunter Ansar al-Scharia. In den vergangenen Jahren wurden in dem nordafrikanischen Land bereits häufiger koptische Christen getötet. Im Februar 2014 wurden nahe der östlichen Stadt Bengasi die Leichen von sieben getöteten Kopten entdeckt.

In Libyen leben tausende Ägypter. Sie arbeiten im Nachbarland vor allem im Bau- und Handwerksektor. Bei einem Angriff islamistischer Kämpfer in der Stadt Soknah, 180 Kilometer südöstlich von Tripolis, wurden am Samstag nach Angaben aus Regierungskreisen 15 Soldaten getötet. Einige der Soldaten seien erschossen, andere geköpft worden. Die Angreifer hätten erklärt, sie seien mit der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) verbündet, die im Irak und in Syrien für die Errichtung eines eigenen Staates kämpft. Seitdem der langjährige Machthaber al-Gaddafi im Jahr 2011 gestürzt und getötet wurde, kommt Libyen nicht zur Ruhe. Die Islamisten-Miliz Fadschr Libya (Morgendämmerung Libyens) kontrolliert mittlerweile große Teil der Hauptstadt Tripolis und hat dort eine Parallelregierung unter Führung des islamistischen Politikers Omar al-Hassi eingesetzt.

Christliche Minderheit sieht sich bedroht

Die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Abdullah al-Thani und das Parlament sind nach Tobruk im äußersten Osten des Landes geflüchtet. Die christliche Minderheit sieht sich zunehmend bedroht in dem nordafrikanischen Land. Am Montag sollen unter Vermittlung der Vereinten Nationen Gespräche über eine Beendigung der Gewalt in Libyen beginnen. Nach Angaben eines UN-Diplomaten soll dabei über eine Waffenruhe, den Rückzug der Milizen sowie deren Entwaffnung verhandelt werden.

afp

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