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AOK warnt vor Kliniken mit wenig OP-Erfahrung

Krankenhausreport AOK warnt vor Kliniken mit wenig OP-Erfahrung

Je seltener ein Krankenhaus einen Eingriff ausführt, desto höher ist das Risiko für den Patienten. Dies wird durch den neuen Krankenhausreport des Wissenschaftlichen Instituts (Wido) der AOK untermauert. Die Krankenkasse fordert deshalb eine stärkere Spezialisierung der Kliniken, um die Gefahr für Patienten zu senken.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass viele Kliniken bei bestimmten Eingriffen die vorgeschriebene Mindestmenge unterschreiten. Das sei nicht akzeptabel, sagte Martin Litsch, Chef des AOK-Bundesverbandes. „Die Mindestmengenregelungen müssen zum Schutz der Patienten dringend auf weitere stationäre Leistungen ausgeweitet werden.“

Dass mit der Häufigkeit von Operationen die Qualität der Behandlungsergebnisse steigt, gilt als erwiesen. Derzeit gibt es aber nur für sieben Eingriffe vorgeschriebene Fallzahlen - wie etwa bei Nierentransplantationen, Kniegelenkoperationen oder bei der Versorgung von Frühchen.

Wie sinnvoll diese Hürden sind, zeigt der Report: So ist beispielsweise das Risiko für eine weitere Hüftoperation innerhalb eines Jahres doppelt so hoch, wenn der erste Eingriff in einer nicht spezialisierten Klinik erfolgte. Nach Operationen an der Speiseröhre sterben in Häusern ohne große Erfahrung bis zu 37 Prozent mehr Patienten als in Hospitälern mit hohen Fallzahlen.

Nach Einschätzung der AOK halten sich zudem zu viele Krankenhäuser nicht an die geforderte Mindestmenge. Von 700 Kliniken, die 2014 rund 12 000 Bauchspeicheldrüsenoperationen erbrachten, habe knapp die Hälfte nicht die Vorgabe von zehn Fällen erfüllt, heißt es. Möglich werde das durch Ausnahmeregelungen. „Wenn eine Mindestmenge besteht, muss das die Messlatte sein“, sagte Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber.

In Niedersachsen trete dieses Problem seltener auf als in anderen Bundesländern, verlautete aus dem Kreise der Krankenkassen. Von den 182 Kliniken erreichten zwar 53 bei keiner der sieben Operationen, für die Mindestzahlen gefordert werden, das nötige Limit - aber diese Häuser erbrächten diese Leistungen auch nicht. Darüber wachten die Kassen in den Budgetverhandlungen, hieß es.

Das Klinikum Region Hannover begrüßt die Initiative der AOK. „Unser Ziel ist es, die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der gesamten Region so wohnortnah wie möglich und so spezialisiert wie nötig anzubieten“, sagte der medizinische Geschäftsführer Matthias Bracht. Man setze daher auf den Aufbau von spezialisierten und standortübergreifenden Schwerpunkten und Zentren. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt hält die Forderung der AOK hingegen für überzogen. „In einem Flächenland müssen auch die Erreichbarkeit der Krankenhäuser und die Versorgungssicherheit eine große Bedeutung haben“, sagte die SPD-Politikerin. Kliniken in dünn besiedelten Gebieten seien oft unverzichtbar.

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