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Deutschland / Welt AfD-Gegner laden Müll vor Partei-Zentrale ab
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18:29 04.03.2016
Die Gruppe "Nationalismus ist keine Alternative" lud am Freitag verkohlten Müll vor der AfD-Bundesgeschäftstelle ab – angeblich sind es die Überreste eines abgebrannten Flüchtlingsheims. Quelle: Nationalismus ist keine Alternative
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Berlin

"Wir sind alle fast von unseren Stühlen gekippt, als vorhin gegen die Tür getreten wurde", sagte AfD-Parteisprecher Christian Lüth am Freitag. Er habe vor dem Gebäude mehrere maskierte Menschen gesehen, die weiße Overalls getragen hätten, wie sie beispielsweise in Atomkraftwerken verwendet werden.

"Wir bringen die Überreste der AfD zurück"

Auf einem neben dem Müll vor der Tür abgelegten Zettel stand, "August 2015: Brandanschlag in Nauen – Wir bringen die Überreste der AfD zurück". Die stets verschlossene Tür der Geschäftsstelle, die in einem Bürohaus liegt, blieb unbeschädigt.

Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland profiliert sich in ihren Landtagswahlkämpfen vor allem mit massiver Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Im brandenburgischen Nauen war im vergangenen August eine Sporthalle niedergebrannt. In der Halle hätten 100 Asylbewerber vorübergehend untergebracht werden sollen.

AfD Return to Sender

#returntosender #nika #nationalismusistkeinealternative In Nauen wurde vergangenen August eine Unterkunft für Geflüchtete von Rassisten niedergebrannt – die AfD ist mit ihrer Hetze direkt dafür verantwortlich. Sie ist Brandstifter in Nadelstreifen und Lautsprecher der Gewalt in einem. Stellvertretend für die zahllosen Anschläge und Übergriffe sind wir nach Nauen gefahren, haben dort die Folgen ihrer Politik eingesammelt und zum Absender zurückgebracht. Die AfD hält sich für nicht zuständig und hat die Annahme verweigert. Wir haben ihr trotzdem ein Andenken dagelassen – die hochtoxische Retoursendung wurde von unseren Gefahrgutspediteuren per Einschreiben zurücküberstellt. Die AfD redet von Schießbefehl und Abschottung – und knüpft damit an ein populäres Deutungsmuster der Mehrheitsgesellschaft an: Nützlichkeitsrassismus. Menschen werden als Belastungen für den Standort Deutschland dargestellt, von der Verantwortung deutsch-europäischer Politik für die Fluchtursachen wird laut geschwiegen. In diesem Punkt befindet sich die AfD in voller Übereinstimmung mit den Regierungsparteien. Denn die nationalistische Einteilung der Welt in „die“ und „wir“ ist die gemeinsame Geschäftsgrundlage der Festung Europa. Deswegen war das erst Anfang und es kann ja nicht immer nur Torten geben. Wem zu diesen Zuständen nichts Besseres als ihre Verschärfung einfällt, der hat mit unserem Widerstand zu rechnen. Die Gelegenheiten dafür sind zahlreich, Ideen gibt es viele und die Nächte sind lang.

Gepostet von Nationalismus ist keine Alternative am Freitag, 4. März 2016

Gruppe kündigt weitere Aktionen an

Auf Facebook bekannte sich eine Gruppe zu der Aktion, die sich "Nationalismus ist keine Alternative" nennt. "In Nauen wurde vergangenen August eine Unterkunft für Geflüchtete von Rassisten niedergebrannt – die AfD ist mit ihrer Hetze direkt dafür verantwortlich", schrieben die Aktivisten. "Sie ist Brandstifter in Nadelstreifen und Lautsprecher der Gewalt in einem." In einem Video ist zu sehen, wie der verkohlte Müll vor der Geschäftsstelle abgeladen wird.

Die Gruppe kündigten weitere Aktionen an. "Das war erst der Anfang und es kann ja nicht immer nur Torten geben." Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch war am Sonntag von einem Gegner mit einer Torte beworfen worden. Der Mann wurde festgehalten und von der Polizei mitgenommen.

Gepostet von Beatrix von Storch am Sonntag, 28. Februar 2016

Ein Video auf Youtube zeigt den Tortenwurf. Zu der Aktion hatte sich das Peng Collective bekannt.

dpa/wer

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