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Amnesty streitet über Rausschmiss von Generalsekretärin

Mutterschutz Amnesty streitet über Rausschmiss von Generalsekretärin

Eigentlich wollte die deutsche Amnesty-Sektion auf ihrer Jahresversammlung an diesem Wochenende 50-jähriges Bestehen feiern. Doch jetzt soll die Generalsekretärin gehen - obwohl sie gerade ein Kind bekommen und Mutterschutz hat. Das lässt Krach erwarten.

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In zahlreichen E-Mails beschwerten sich Amnesty-Mitglieder über den Umgang mit Monika Lüke.

Quelle: dpa

Berlin. Wegen der geplanten Trennung von Deutschland-Chefin Monika Lüke gibt es bei Amnesty International offenen Streit. Unmittelbar vor der Jahresversammlung an diesem Wochenende in Köln kritisierten zahlreiche Mitglieder die Freistellung der bisherigen Generalsekretärin, die gerade ein Kind bekommen hat. Der Vorstand wehrte sich gegen Vorwürfe, gegen den Mutterschutz zu verstoßen. Lüke sei nicht gekündigt worden.

Vorstandssprecher Stefan Keßler verteidigte am Donnerstag die Entscheidung, Lükes Vertrag nach nicht einmal zwei Jahren auflösen zu wollen. Der komplette Vorstand sei mit der Arbeit der 42-Jährigen „nicht zufrieden“. Zum Vorwurf, Lüke sei freigestellt worden, weil sie Mutter geworden sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Das ist albern. Ein Kind würde die Rolle einer Generalsekretärin nicht beeinträchtigen.“ Lüke hat seit Mai eine Tochter.

In zahlreichen E-Mails beschwerten sich Amnesty-Mitglieder über den Umgang mit der bisherigen Deutschland-Chefin. Gründungsmitglied Wolfgang Piepenstock warf dem Vorstand „miserables Timing“ vor. „Die von ihm verbreiteten - teils nichtssagenden, teils saloppen - Anmerkungen sind des Ganzen unwürdig.“ Erwartet wird, dass es auf der Jahresversammlung heftige Debatten geben wird. Der Vorstand soll komplett neu gewählt werden. Keßler tritt nicht wieder an.

Der Streit um eine vorzeitige Auflösung des Fünf-Jahres-Vertrags beschäftigt inzwischen die Anwälte. Der Posten ist mit einem Jahresgehalt von 80 000 Euro dotiert. Lüke hielt dem Vorstand vor, bei der Auseinandersetzung gehe es „im Endeffekt einzig um den Umstand, dass ich Generalsekretärin bin, dies ernst nehme und trotzdem Mutter werde“. Dadurch werde ihre Arbeit für Amnesty jedoch „weder beendet noch beeinträchtigt“.

Lüke war seit Juli 2009 im Amt. Als Gründe für ihre Ablösung wurden nach ihren Angaben von Amnesty die unbefugte Einstellung einer Mitarbeiterin sowie die Beschäftigung einer externen Beratungsfirma genannt. Der Vorstand äußerte sich zu den Einzelheiten weiterhin nicht. Die Geschäfte der deutschen Sektion der internationalen Menschenrechtsorganisation werden nun vom bisherigen Stellvertreter Wolfgang Grenz geführt.

dpa

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