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AfD-Abgeordneter fordert Haft für Homosexuelle

Landtag in Sachsen-Anhalt AfD-Abgeordneter fordert Haft für Homosexuelle

Verbale Entgleisung: Die rechtspopulistische AfD in Sachsen-Anhalt hat mit einer Äußerung des Abgeordneten Andreas Gehlmann zu Homosexuellen für reichlich Empörung - nicht nur im Landtag - gesorgt.

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 Das Wahlplakat des AfD-Abgeordneten Andreas Gehlmann, der mit seinem Zwischenruf zu Homosexualität für reichlich Ärger sorgte.

Quelle: AfD

Magdeburg. Die rechtspopulistische AfD in Sachsen-Anhalt hat mit einer Äußerung eines Abgeordneten zu Homosexuellen für Empörung im Landtag gesorgt. Laut vorläufigem Landtagsprotokoll, das die Linken-Politikerin Henriette Quade am Freitag auf Twitter veröffentlichte, hat der AfD-Politiker Andreas Gehlmann am Vortag in einem Zwischenruf eine Gefängnisstrafe für Homosexuelle gefordert. Die Partei hat den Vorwurf bereits zurückgewiesen: Der AfD-Politiker Andreas Gehlmann habe sich dahingehend geäußert, dass "tabuisiert sein soll, wer Homosexualität offen auslebt". Dazu stehe Gehlmann, sagte AfD-Fraktionschef André Poggenburg am Freitag laut Mitteilung.

Am Rande der Sitzung hatte Poggenburg bereits betont, dass er den Zwischenruf nicht gehört habe. Andernfalls hätte er interveniert. Das Protokoll ist vorläufig, weil der Redner in der Regel noch prüfen kann, ob er richtig wiedergegeben wurde.

Quade hatte am Donnerstag in einer Rede zum Asylkompromiss erklärt, dass in den Maghreb-Staaten Homosexuellen Gefängnis drohe, wenn sie diese offen auslebten. Daraufhin rief Gehlmann dem Protokoll zufolge: "Das sollten wir in Deutschland auch machen." Der Zwischenruf, der im Videomitschnitt der Rede nicht zu hören ist, geht nach Angaben von Quade aus dem vorläufigen stenografischen Protokoll der Landtagsverwaltung hervor. Die Äußerung zeige das Menschenbild der AfD, sagte Quade in einer persönlichen Erklärung im Landtag. "Das ist unerträglich." Eine direkte Erwiderung der AfD ließ der Landtagspräsident nicht zu, weil Debatten zu persönlichen Erklärungen in der Geschäftsordnung nicht vorgesehen sind.

Auf Twitter ist unter dem Hashtag #"Homosexuelle ins Gefängnis" unterdessen eine Diskussion über die umstrittene Äußerung des AfD-Manns entbrannt. Der Grünen-Politiker Volker Beck etwa kommentierte sarkastisch: "Von Islamisten lernen heißt siegen lernen? AfD, das kann doch nicht euer Ernst sein." Und auch die Redaktion der "Tagesthemen" fand deutliche Worte: "Auf die AfD ist Verlass - wenn es um menschenverachtende Äußerungen geht."

dpa/RND/jps

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