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Panama Papiere: Auch viele Deutsche im Verdacht

Geschäft mit Briefkastenfirmen Panama Papiere: Auch viele Deutsche im Verdacht

Angeblich haben auch mehrere tausend Deutsche die Briefkastenfirmen einer panamaischen Anwaltskanzlei genutzt. Unter ihnen sollen Unternehmer, Banker und Sportler sein, zum Beispiel Rennfahrer Nico Rosberg und Fußballer Tayfun Korkut, Ex-Trainer von Hannover 96.

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Blick auf das Firmengebäude von Mossack Fonseca in Panama: Mehrere tausend Deutsche sollen ebenfalls die Briefkastenfirmen der Anwaltskanzlei genutzt haben.

Quelle: AFP PHOTO/ Rodrigo ARANGUA

München. In den Panama Papieren finden sich auch viele deutsche Namen. Das berichten der Norddeutsche Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung. Demnach haben mehrere tausend Deutsche Briefkastenfirmen der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama genutzt. "Als Vermittler traten dabei nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Banken auf", berichtet die Süddeutsche Zeitung. Unklar ist nach wie vor, ob die Geschäftstätigkeiten unrechtmäßig sind.

Der Norddeutsche Rundfunk nannte auf den Seiten der Tagesschau am Dienstag mehrere Namen von Deutschen, die in den Panama Papieren auftauchen:

  • Demnach soll der Mercedes Rennstall einen Vertrag mit einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln geschlossen haben – Inhalt: die Dienste von Nico Rosberg als Rennfahrer. Dann wäre der Fahrer nicht direkt, sondern über den Umweg Karibik beim Rennstall angestellt worden, berichtet der NDR. Anfragen dazu hätten weder Daimler, noch Rosberg beantwortet, teilte der Sender mit.
  • Der Eierproduzent Anton Pohlmann soll mehrere Geschäfte über Briefkastenfirmen abgewickelt haben, berichtet der NDR. Für seine Korrespondenz mit der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca habe er eine Postanschrift in Niedersachsen verwendet – deshalb könnte er steuerpflichtig gewesen sein, vermutet der Norddeutsche Rundfunk. Der Sender habe Pohlmann darauf ansprechen wollen, ihn aber nicht erreicht.
  • Der NDR nennt auch Tayfun Korkut in seinem neuen Bericht über die Panama Papiere. Demnach soll der Ex-Trainer von Hannover 96 zwischen 2000 und 2003 als Fußballspieler einen Teil seines Gehalts über eine Offshore-Firma bezogen haben – vorbei an den spanischen Steuerbehörden. Damals spielte Korkut für Real Sociedad San Sebastián. Der Verein teilte dem NDR dazu mit, "dass Bezahlungen über Offshore-Gesellschaften bei spanischen Fußballclubs üblich waren und sind". Korkut sei dagegen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen gewesen, berichtet der Sender. Er war von Januar 2014 bis April 2015 Trainer von Hannover 96.

Die Panama Papiere sind von rund 400 Journalisten aus rund 80 Staaten ausgewertet worden. Die Dokumente stammen von der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca und wurden den Journalisten zugespielt. Die Kanzlei selbst wehrt sich gegen Vorwürfe gegen sie und hält die Abschöpfung der Daten für strafbar.

Ein enormes Datenleck soll laut Medienberichten Geschäfte von mehr als 200 000 Briefkastenfirmen offengelegt haben. Diese Prominenten sollen betroffen sein.

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Mindestens 28 deutsche Banken sollen laut der Süddeutschen Zeitung in den vergangenen Jahren die Dienste dieser Kanzlei genutzt haben. Insgesamt hätten allein die deutschen Banken bei dem Offshore-Dienstleister mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder diese für ihre Kunden verwaltet. Gut 500 Banken hätten den Dokumenten zufolge in den vergangenen Jahren mithilfe der Kanzlei mehr als 15 600 Briefkastenfirmen an ihre Kunden vermittelt.

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