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Deutschland / Welt Wie sicher ist das Kanzler-Handy?
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12:00 25.10.2013
Von Frerk Schenker
Simst und telefoniert viel mit dem Handy: Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa
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Berlin

Kanzlerin Merkel und den anderen Regierungsmitgliedern stehen seit mehreren Jahren abhörsichere Kryptohandys zur Verfügung. Das Problem: Bislang konnten diese Geräte entweder nur Telefonate und SMS oder E-Mails verschlüsseln. Wer alle Kommunikationsarten zeitgleich sicher nutzen wollte, musste zwei Geräte im Einsatz haben, um den Vorschriften des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu entsprechen. Nicht alle Kabinettsmitglieder halten sich an diese Vorgabe. Auch die Kanzlerin nutzt neben dem abgesicherten Regierungshandy häufig ihr Privathandy – und genau das könnte ins Visier des US-Geheimdiensts NSA geraten sein.

"Ich habe immer überlegt, wie man Parteikommunikation und Regierungskommunikation auseinanderhalten kann", sagte Merkel am Freitagmorgen nach Gipfelberatungen in Brüssel. "Deshalb benutze ich ein Handy, das auf das Konto der Partei läuft, damit ja nie der Eindruck entsteht, ich würde Regierungsgelder für Parteikommunikation verwenden." Schon 2005 – zu Beginn ihrer ersten Kanzlerschaft – habe sie sich deswegen für Parteifinanzierung entschieden. Über die verschiedenen Schutzmöglichkeiten der Handys wollte sich die Kanzlerin nicht weiter auslassen: "Dass die, die weniger Krypto sind, eher überwacht werden als die, die Krypto sind, ist vielleicht in der Logik nicht ganz zufällig", sagte Merkel nur.   

Mehr Sicherheit schaffen sollen die neuen Krypto-Smartphones der Regierung, die vom BSI für den Dienstgebrauch zugelassen wurden: Ein Samsung-Gerät, auf dem Software von der Deutschen Telekom läuft und Blackberry-Geräte, die von der Düsseldorfer Sicherheitssoftware-Firma Secusmart abgesichert wurden. Diese trennen künftig zwischen beruflicher und privater Kommunikation und verschlüsseln Telefonie, SMS und Internetnutzung zudem auf einem Gerät. Anfang Oktober wurden die ersten an die Bundesregierung ausgeliefert, ob Merkel eines nutzt, ist aber unklar. Doch auch beim neuen Kanzlersmartphone bleiben alte Schwachstellen. Verschlüsselte Gespräche zwischen Kryptohandys sind zwar selbst für die NSA fast nicht zu knacken, da eine Art abhörsicherer Tunnel aufgebaut wird. „Nutzt Merkels Gesprächspartner aber ein normales Handy, ist das Telefonat wieder ungeschützt“, sagt Jürgen Schmidt, Sicherheitsexperte der Zeitschrift „c’t“. Ein weiteres Problem sei das Fehlen einheitlicher internationaler Verschlüsselungsstandards. Ruft Merkel ausländische Kollegen an, öffnet sich ein neues mögliches Angriffstor. Zwar betonen die für die Ausrüstung der Kryptosmartphones zuständigen Firmen das hohe Niveau der eingesetzten Verschlüsselung. Vom BSI gab es trotzdem nur die Freigabe für die unterste Sicherheitsstufe. Für „Streng geheim“ reichte es nicht.

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