Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Anschlagsdrohung war wohl schlechter Scherz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Anschlagsdrohung war wohl schlechter Scherz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 16.12.2015
Die per E-Mail verschickte Anschlagsdrohung gegen Schulen in Los Angeles war offenbar nicht echt. Quelle: David McNew/afp
Anzeige
Los Angeles

"Einer vorläufigen Bewertung zufolge war es ein Scherz, um Schulbezirke in großen Städten zu stören", teilte der ranghöchste Demokrat im Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses, Adam Schiff, am Dienstagabend auf Twitter mit. Die Ermittlungen dauerten aber an.

In New York, wo es nach Angaben der Polizei eine fast identische Drohung gegeben hatte, war diese als nicht glaubwürdig eingestuft worden. Polizeichef William Bratton bezeichnete die Maßnahmen in Los Angeles als "Überreaktion" und warnte vor Panikmache. Dort sollten alle 900 Schulen nach möglichen Sprengsätzen oder Waffen durchsucht werden. Ob sie Mittwoch wieder öffnen können, blieb zunächst unklar.

640 000 Schüler betroffen

In Los Angeles waren rund 640 000 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Jahrgangsstufe noch vor Unterrichtsbeginn aufgefordert worden, nicht zum Unterricht zu kommen. Wer bereits auf dem Weg war, wurde beim Eintreffen in der Schule wieder nach Hause geschickt. In den USA stehen die Weihnachtsferien wie in Europa kurz bevor.

Nach Angaben der Schulbehörde wurde die E-Mail von einem Computer gesendet, dessen IP-Adresse in Frankfurt angesiedelt sein soll. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Repräsentantenhaus, Michael McCall, erklärte, der elektronische Pfad werde nach Europa verfolgt. Auch die New Yorker Drohung stammte aus dem Ausland.

Autor gab sich als Dschihadist aus

Der Autor der E-Mail habe sich als Dschihadist ausgegeben und mit dem Einsatz von Nervengas gedroht, sagte der kalifornische Parlamentarier Brad Sherman dem US-Sender CNN. Von 32 Komplizen sei die Rede. Sherman zog die Glaubwürdigkeit der E-Mail in Zweifel. Sie habe Tippfehler enthalten und einen "pornografischen Bezug zu einem Körperteil", den Dschihadisten eher nicht herstellen würden.

Der Leiter der Schulbehörde rechtfertigte sein Vorgehen. "Ich glaube, es ist wichtig, diese Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wenn man bedenkt, was kürzlich passiert ist", sagte Cortines. Im kalifornischen San Bernardino, nur eine gute Autostunde von Los Angeles entfernt, waren vor zwei Wochen bei einer Attacke auf eine öffentliche Einrichtung 14 Menschen sowie die beiden Angreifer getötet worden. Das FBI hatte den Angriff als Terrorakt gewertet.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der CSU-Chef Horst Seehofer sucht auf dem CDU-Bundesparteitag die Nähe von Angela Merkel. Doch er wird distanziert behandelt, denn der Groll bei der Kanzlerin sitzt tief. Vom Parteitag berichtet Ulrike Demmer.

18.12.2015

Die beiden "Tornado"-Jets der Bundeswehr, die vergangene Woche als deutscher Beitrag zum Kampf gegen den IS gestartet waren, können bislang keine Aufklärungsdienste leisten. Die Maschinen haben nicht die nötige Ausrüstung für elektronische Kameras.

15.12.2015

In Los Angeles sind alle Schulen geschlossen worden, nachdem eine Drohung eingegangen ist. Angeblich wurde die E-Mail von einem Computer in Frankfurt verschickt.

15.12.2015
Anzeige