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Araber setzen Assad-Regime unter Druck

Syrien Araber setzen Assad-Regime unter Druck

Botschafter werden heimbeordert, der saudische Monarch geißelt den Präsidenten in Damaskus mit scharfen Worten. In Syrien geht aber die Unterdrückung der Protestbewegung weiter: mit der Jagd auf Oppositionelle und neuen Toten.

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In Syrien geht die Unterdrückung der Protestbewegung weiter: mit der Jagd auf Oppositionelle und neuen Toten.

Quelle: dpa

Damaskus/Riad/Kairo. Das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bekommt zunehmend den Druck der anderen arabischen Staaten zu spüren. Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain beriefen am Montag ihre Botschafter in Damaskus zu Konsultationen in ihre Heimat ein. Der saudische König Abdullah kritisierte Syrien in einer Fernsehansprache in der Nacht zum Montag mit ungewöhnlich scharfen Worten.

„Die Todesmaschinerie und das Blutvergießen müssen gestoppt werden“, verlangte Abdullah in seiner vom staatlichen Fernsehen übertragenen Rede. „Was in Syrien stattfindet, ist inakzeptabel“, fügte er hinzu. „Für Syriens Zukunft gibt es zwei Optionen: Weisheit oder Chaos“, mahnte der Monarch. Assad müsse echte Reformen auf den Weg bringen, „bevor es zu spät ist“.

Die vom Regime in Damaskus kontrollierte Presse reagierte gereizt auf die Kritik aus Riad. Die Worte Abdullahs wirkten „mehr wie eine US-Drohung als eine „brüderliche“ Botschaft“, schrieb die Tageszeitung „Al-Watan“ in einem Kommentar. Der saudische König sei außerdem mit keinem Wort „auf die terroristischen Extremisten-Gruppen und ihre Financiers eingegangen, die die Einheit Syriens zu zerreißen versuchen“. Assad hatte in den vergangenen Jahren ein relativ gutes Verhältnis zum Königshaus in Riad aufgebaut.

Die Bundesregierung forderte Assad dringend zu einem Ende der Gewalt auf. „Sollte sich Präsident Assad fortwährend dem Dialog mit der syrischen Bevölkerung verweigern und weiterhin auf Gewaltanwendung setzen, so gibt er nach Ansicht der Bundesregierung seine Legitimation auf, die Geschicke seines Landes künftig weiter zu lenken“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin. Außenminister Guido Westerwelle und sein britischer Amtskollege William Hague forderten in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Präsident Assad muss Reformen durchführen oder zurücktreten.“

In Syrien wurden seit Beginn der Proteste gegen das Regime im März nach Schätzungen rund 1800 Zivilisten und 400 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. Auch am vergangenen Wochenende starben fast 100 Zivilisten.

In der nordwestlichen Stadt Deir al-Zor töteten die Sicherheitskräfte am Montag zwei Frauen und zwei Kinder, teilten syrische Exil-Aktivisten mit. Eine der zwei Frauen und ihre Kinder wurden erschossen, als sie auf der Suche nach einem sicheren Platz durch ihr Wohnviertel liefen. Aus unabhängiger Quelle können solche Meldungen nicht bestätigt werden, weil in Syrien freie Medien nicht arbeiten dürfen.

Deir al-Zor war am Wochenende zusammen mit der in der Mitte Syriens liegenden Stadt Homs von der Armee überrannt worden. Aktivisten meldeten am Montag aus beiden Städten massive Verhaftungswellen. Allein 1500 Menschen seien im Wohnviertel Garagma in Homs von Geheimdienstbeamten oder Soldaten weggebracht worden.

In der Regel würden die Truppen durch die Straßen ziehen und mit Lautsprechern die Namen der zu Verhaftenden ausrufen. Stellten diese sich nicht von selbst, werde ihr Haus oder ihre Wohnung vom Militär gestürmt.

dpa

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Foto: Der syrische Präsident Baschar al-Assad.

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