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Atommächte investieren in ihre Waffenarsenale

Forschungsinstitut Sipri Atommächte investieren in ihre Waffenarsenale

Die USA und Russland stecken viel Geld in die Modernisierung ihrer Kernwaffen. Das geht aus dem jährlichen Bericht des Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. Bei den Vereinigten Staaten könnten sich die Investitionen demnach auf bis zu eine Billion Dollar summieren.

Bei einer russischen Staatsfeier wird eine Interkontinentalrakete des Typs Topol-M vorgeführt. Russland besitzt laut Schätzungen der Forscher die meisten Atomwaffen.

Quelle: dpa

Stockholm. Trotz zahlreicher Abrüstungsinitiativen stecken alle neun Atommächte weltweit derzeit Geld in die Modernisierung ihrer Atomwaffen. Das geht aus einem Bericht des Friedensforschungsinstitut Sipri in Stockholm hervor. „Das legt den Schluss nahe, dass keiner dieser Staaten bereit sein wird, seine nuklearen Arsenale in absehbarer Zukunft aufzugeben“, sagte Sipri-Forscher Shannon Kile. Zu den Atommächten zählen die USA, Russland, Großbritannien, China, Pakistan, Indien sowie Frankreich, Nordkorea und Israel.

Laut dem Bericht verfügen die USA und Russland zusammen über 93 Prozent der Atomwaffen. Beide Staaten haben demnach umfangreiche Modernisierungsprojekte gestartet. Die USA wollten bis zum Jahr 2026 insgesamt 400 Milliarden Dollar in die Instandhaltung und Erneuerung ihrer nuklearen Waffen investieren. „Der geplante Anstieg der US-Ausgaben kommt nicht unerwartet“, sagt Sipri-Forscher Hans Kristensen. „Die derzeitige US-Regierung setzt die ehrgeizigen nuklearen Modernisierungspläne fort, die von Präsident Barack Obama gestartet wurden.“ Laut den Friedensforschern gibt es Schätzungen von Analysten, wonach Washington innerhalb der nächsten 30 Jahre bis zu eine Billion US-Dollar in Kernwaffenprogramme stecken könnte. Die Forscher gehen davon aus, dass die USA 6800 und Russland 7000 Atomwaffen besitzen.

Auch die Staaten mit wenigen Sprengköpfen investieren dem Bericht zufolge in die Erneuerung. Frankreich verfügt den Schätzungen zufolge über 300 Atomwaffen, gefolgt von China mit 270 und Großbritannien mit 215. Nordkorea soll inzwischen zehn bis 20 nukleare Sprengköpfe besitzen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. So belegt der Bericht, dass die Zahl der Atomsprengköpfe weiter zurückgegangen ist. Anfang 2017 waren die neun Staaten im Besitz von geschätzten 14 935 Atomwaffen. Im Vergleich zu Mitte der 80er Jahre, als es 70 000 Atomsprengköpfe gab, ist die Zahl damit im Zuge diverser Abrüstungsabkommen deutlich reduziert worden. 2016 gab es im Vergleich zum Vorjahr 460 Atomwaffen weniger. Die Reduzierung kam damit langsamer voran, als noch vor zehn Jahren.

Von RND/dpa/ang

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