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Deutschland / Welt Wenn der Präsident zum Nachbarn wird
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16:06 26.05.2016
Von Stefan Koch
Nach seiner Amtszeit: Barack Obama wird in Washington bleiben. Quelle: dpa
Washington

Das Mietshaus, für das sich die Obamas entschieden haben, kann sich sehen lassen: Die Backsteinvilla im Tudorstil verfügt über neun Schlaf- und acht Badezimmer. Der Garten gleicht einer kleiner, aber feinen Ruheoase inmitten der turbulenten Metropole.

Die Villa an der Belmont Road im Nobelviertel Kalorama ist kein Schnäppchen. Die Miete liegt etwa in der gleichen Höhe wie die Pension, die Obama als früherer Präsident erhält: Umgerechnet 20 000 Euro  - pro Monat. Ob die stolze Summe in voller Höhe gezahlt wird, lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit sagen, da der Vermieter ein alter Bekannter der Familie ist: Joe Lockhart, ehemals Sprecher von Bill Clinton und langjähriger Berater von Außenminister John Kerry. 

Der Kommunikationsexperte beweist mit seiner Immobilie ein glückliches Händchen: Vor zwei Jahren erwarb Lockhart das Haus für umgerechnet fünf Millionen Euro, mittlerweile soll der Wert um eine Million gestiegen sein. Allerdings stehen in den nächsten Monaten einige Umbauten an, da neben dem Sicherheitsdienst auch die Schwiegermutter des Präsidenten eigene Räumlichkeiten benötigt.

Über den Immobilienmarkt machte sich die berühmte Familie aber offenbar weniger Gedanken, als sie sich für den Wohnort am Potomac entschied. Wie der Präsident kürzlich andeutete, geht es ihm und seiner Ehefrau Michelle eher um ihre jüngste Tochter: Sasha besucht die Highschool unweit von Kalorama. Ein Schulwechsel soll der 14-Jährigen erspart bleiben.

Aber auch für die Eltern dürfte das neue Umfeld recht angenehm sein: Die Clintons hatten im Jahr 2000 ein Anwesen in der Whitehaven Street erworben, das fast gleich um die Ecke liegt. Und nur einen Spaziergang entfernt wohnt der Vizepräsident.

Die Wohnortwahl findet in der US-Hauptstadt allerdings nicht nur Beifall. So sehr sich die Washingtonians auch über die neuen Nachbarn freuen, hätten sich einige doch eine ambitioniertere Entscheidung gewünscht. So schreibt die renommierte Immobilienkolumnistin Hillary Kelly: "Ausgerechnet der Präsident, der für 'hope and change' stand, zieht in das älteste, etablierteste und reichste Viertel." Vor acht Jahren, vor ihrem Amtsantritt, hätten die Obamas sicherlich noch eine ärmere Gegend gewählt, um eine ganze Nachbarschaft mit nach oben zu ziehen. 

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