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Zschäpe unter großem psychischen Druck

Aussage für Mittwoch geplant Zschäpe unter großem psychischen Druck

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe steht psychisch offenbar unter großem Druck. Das sagte ihr Verteidiger Mathias Grasel am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe „Vorfälle“ in der Untersuchungshaft gegeben, über die er im Einzelnen aber keine Auskunft geben wolle.

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Beate Zschäpe will am Mittwoch aussagen. 

Quelle: dpa

München. Die „Bild“-Zeitung meldete, Zschäpe habe einen „Nervenzusammenbruch“ erlitten, was Grasel aber nicht bestätigte.

Die für diesen Mittwoch geplante Aussage Zschäpes vor dem Oberlandesgericht München sei nicht in Gefahr, sagte Grasel. Er sei mit seiner Mandantin “übereingekommen, dass wir das jetzt hinter uns bringen möchten“.

Zschäpe will demnach vier Jahre nach ihrer Festnahme und zweieinhalb Jahre nach Beginn des NSU-Prozesses ihr Schweigen brechen. Bisher hatte sie sich nicht zu der Anklage geäußert und im Prozess jede Aussage verweigert.  

Zweieinhalb Jahre Schweigen

In den bisherigen zweieinhalb Jahren des Prozesses hatte Zschäpe eisern geschwiegen. Sie folgte damit der Strategie ihrer drei anderen Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Im NSU-Prozess muss sie sich als mutmaßliche Mittäterin für die Serie der zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge verantworten, die dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ zur Last gelegt werden. Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios.

Grasel hat angekündigt, für die Verlesung eine bis eineinhalb Stunden zu benötigen. Zschäpes Erklärung werde sich mit jedem Anklagepunkt der Bundesanwaltschaft auseinandersetzen. Dies hatte er zuvor bereits dem Bayerischen Rundfunk gesagt. Bereits früher hatten Grasel und sein Kanzleikollege Hermann Borchert betont, Zschäpe werde „umfassend“ aussagen.  Die Anklageschrift beschreibt den Werdegang des NSU vom Abtauchen in den Untergrund im Jahr 1998 bis zu den Verbrechen des Trios, vor allem den Morden und Sprengstoffanschlägen. Zschäpe wird darin Mittäterschaft vorgeworfen, weil sie von allen Taten gewusst haben und sie als Mitglied der aus drei Personen bestehenden „terroristischen Vereinigung“ NSU gebilligt haben soll.

Neun der Mordopfer waren Gewerbetreibende türkischer oder griechischer Herkunft. Als Motiv für diese Taten und die beiden Sprengstoffanschläge in Köln nimmt die Bundesanwaltschaft Rassenhass an. Die beiden anderen NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen sich nach einem gescheiterten Banküberfall im November 2011 in Eisenach das Leben genommen haben.

Grasel war der Angeklagten im Sommer als vierter Pflichtverteidiger zur Seite gestellt worden. Vor wenigen Wochen hatte sich Borchert zusätzlich als Wahlverteidiger bei Gericht angemeldet. Grasel wird aus der Staatskasse bezahlt, Borchert nicht. Wer für seine Kosten aufkommt, wollte er auf Anfrage nicht mitteilen. Mit ihren drei ursprünglichen Verteidigern Heer, Stahl und Sturm wird Zschäpe damit von fünf Anwälten vertreten.

Im NSU-Prozess steht der nächste Verhandlungstag am Dienstag an. Dann hat das Gericht einen Kriminalermittler als Zeugen geladen, der über Bankkonten und Bahncards des mitangeklagten mutmaßlichen Terrorhelfers André E. aussagen soll.  

dpa

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NSU-Prozess
Foto: Die Angeklagten Holger G. (hinten) und Ralf Wohlleben sitzen am 200. Verhandlungstag  im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München (Bayern).

Der mutmaßliche NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben hat bestritten, die Mordwaffe für den "Nationalsozialistischen Untergrund" beschafft zu haben. Im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht wies der 40-Jährige am Mittwoch den Vorwurf der Beihilfe zum Mord zurück.

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