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Berlin plant Gesetz für Babyklappen

Anonyme Geburt Berlin plant Gesetz für Babyklappen

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will die anonyme Geburt und Babyklappen, in denen Säuglinge abgegeben werden können, erstmals in Deutschland gesetzlich regeln.

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Babyklappen wie das "Babykörbchen" auf der Rückseite des Friederikenstifts sollen gesetzlich geregelt werden.

Quelle: Michael Thomas (Archiv)

Berlin. „Wir befinden uns in einer rechtlichen Grauzone“, sagte Schröder der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Ziel sei es, einen Rahmen für eine sogenannte vertrauliche Geburt zu schaffen. Das Gesetz soll den Müttern für eine gewisse Dauer die Anonymität der Daten garantieren. Nach den Vorstellungen der Ministerin sollte die Herkunft erst nach einer Frist in einer Größenordnung von zehn Jahren veröffentlicht werden, „damit die Kinder ab einem gewissen Alter die Chance haben, ihre eigene Identität festzustellen“.

Bundesweit ist derzeit in etwa 130 Kliniken eine anonyme Geburt möglich; zudem gibt es etwa 100 Babyklappen. Ein Verbot der bestehenden Babyklappen schließt Schröder aus. „Wir sind über jedes Kind glücklich, das durch eine Babyklappe gerettet wird.“ Ziel der Gesetzesinitiative sei es, sich stärker den Müttern zuzuwenden, die sich in einer schweren Krise befinden. „Ich möchte die Frauen gewinnen, ihr Kind in einem Krankenhaus zur Welt zu bringen.“ Der Kontakt biete die Chance, den Frauen persönliche Hilfsangebote zu machen. Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erarbeitet wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass seit 1999 fast 1000 Kinder in Babyklappen abgelegt oder in Kliniken anonym geboren wurden. Die Mehrzahl wurde in Adoptivfamilien vermittelt.

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Der Deutsche Ethikrat hat empfohlen, die 88 Babyklappen in Deutschland zu schließen – und ist auf entschiedenen Widerspruch von Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann gestoßen. Sie ist Initiatorin und Schirmherrin des „Mirjam“-Projektes, eines „Babykörbchens“ in Hannover.

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