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Deutschland / Welt Berlin trägt Kindern das Bildungspaket hinterher
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21:34 27.06.2011
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Berlin

19 Prozent hätten überhaupt kein Interesse an den Leistungen.

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU), aber auch Sozialverbände kritisierten die Regeln und Antragsverfahren am Montag als zu bürokratisch. Für Dienstag hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die kommunalen Spitzenverbände und die zuständigen Landesminister nach Berlin eingeladen, um über Korrekturen zu beraten. Zugesagt hat unter anderem Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD).

Von der Leyen machte am Montag deutlich, dass sie sich mit dem geringen Interesse an dem Bildungspaket nicht zufriedengeben will. In der „Bild“-Zeitung forderte sie die Kommunen auf, aggressiver für die Bildungsgutscheine zu werben. „Wenn Info-Briefe und gezielte Ansprache in Schulen und Kitas nicht reichen, müssen Sozialarbeiter eben vor der Tür stehen und bei den Eltern nachfassen.“ Eine Anschubfinanzierung von 400 Millionen Euro für die Einstellung von Schulsozialarbeitern war nicht zuletzt auf Wunsch der SPD ins Bildungspaket aufgenommen worden.

Die Umfrage stellt nicht nur fest, dass die Nachfrage noch immer gering ist. Die Befragung ergab zudem, dass die angebotenen Zuschüsse zum Musikunterricht am unbeliebtesten sind. Besonders gefragt ist dagegen der Gutschein für den Sportverein. An zweiter Stelle rangiert der Essenszuschuss, gefolgt vom Gutschein für die Klassenfahrt und – mit weitem Abstand – für die Nachhilfe. Vor allem die Vorgaben für die Lernförderung gelten bei den Praktikern in den Jobcentern und in den Schulen als überaus bürokratisch und verwirrend.

Der Sozialdezernent der Region Hannover, Erwin Jordan (Grüne), verspricht sich vom heutigen Spitzentreffen in Berlin keine Verbesserungen. „Oder will Frau von der Leyen 20.000 Familien in der Region Hannover von Sozialarbeitern aufsuchen lassen?“ Das ganze Verfahren sei ein bürokratisches Monstrum. „Allen Verantwortlichen war von vornherein klar, dass es eklatante Anlaufschwierigkeiten geben muss“, sagte Jordan. In der Region Hannover hätten mittlerweile rund 27 Prozent aller anspruchsberechtigten Eltern Anträge gestellt. „So etwas braucht Zeit, damit sich in den Familien herumspricht, dass es etwas gibt.“

Gabi Stief und Veronika Thomas

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