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Deutschland / Welt Berlin warnt Istanbul-Reisende
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21:27 20.03.2016
Türkische Polizisten sichern die Türk Telekom Arena nach der Absage eines Fußballspiels. Quelle: EPA/Stringer/dpa
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Ankara/Istanbul/Berlin

Der jüngste Terroranschlag in der Türkei, bei dem ein Selbstmordattentäter am Sonnabend im Zentrum der Metropole Istanbul vier Menschen in den Tod gerissen hat, geht womöglich auf das Konto der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Der derzeitige Ermittlungsstand zeige, dass der Terrorist in Verbindung mit dem IS gestanden habe, sagte der türkische Innenminister Efkan Ala am Sonntag vor Journalisten in Ankara. Drei der Todesopfer sind Israelis, bei dem vierten Opfer soll es sich um eine Frau aus dem Iran handeln. Auch der Selbstmordattentäter starb.

Nach dem inzwischen fünften Terroranschlag innerhalb eines halben Jahres in den zwei Metropolen Istanbul und Ankara wächst in der Türkei die Angst und die Nervosität: Aus Furcht vor einem weiteren Attentat wurde am Sonntag ein hochkarätiges Fußballspiel zwischen den Clubs Galatasaray und Fenerbahce abgesagt. Die Absage des Derbys kam weniger als zwei Stunden vor Beginn der Partie, die um 20 Uhr Ortszeit hätte beginnen sollen. Bereits eintreffende Fans wurden per Lautsprecher über die Entscheidung informiert und gebeten, das Stadion von Galatasaray im europäischen Teil Istanbuls zügig zu verlassen, wie Fernsehsender berichteten.

Anders als bei dem Anschlag im 
Januar, bei dem in der Istanbuler Innenstadt zwölf deutsche Touristen starben, kam bei dem Anschlag am Sonnabend kein deutscher Staatsbürger ums Leben. Das Auswärtige Amt in Berlin riet Deutschen in der Millionenmetropole am Bosporus aber weiter zu großer Vorsicht. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Selbstmordanschlags hatte das Amt die deutschen Touristen aufgefordert, in ihren Hotels zu bleiben und sich über weitere Reise- und Sicherheitshinweise zu informieren. Landesweit sei weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen, vor allem im zeitlichen Umfeld des kurdischen Newroz-Festes am Montag.

Die Schule der deutschen Botschaft in Istanbul bleibt wegen der prekären 
Sicherheitslage auch am Montag geschlossen. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zur Einkaufsstraße Istiklal Caddesi, in der am Sonnabend der Anschlag verübt wurde und bei dem auch 36 Menschen verletzt wurden.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag gab es nach türkischen Angaben fünf Festnahmen. Innenminister Ala sagte, der Attentäter sei zuvor nicht zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Der IS bekannte sich zunächst nicht zu der Tat. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Anschlag am Sonntag. Ziel des Angriffs sei, „Angst und Resignation“ zu verbreiten.

Zwei der drei am Sonnabend getöteten Israelis hätten auch die US-Staatsbürgerschaft, bestätigte das israelische Außenministerium in Jerusalem. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es sei noch unklar, ob der Anschlag auf israelische Touristen abzielte. Zehn Israelis waren auch unter den Verletzten. Israel warnte seine Bürger eindringlich vor Reisen in die Türkei.

Was Reisende jetzt wissen müssen

Welche Rechte haben Urlauber nach dem Terroranschlag in der auch bei Touristen beliebten Metropole Istanbul? Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg gibt Antworten auf wichtige Fragen:

Wie ist die Situation, wenn ich mich im Badeurlaub in der Türkei befinde oder einen solchen geplant habe?
Dann haben Urlauber nach den Worten von Fischer-Volk schlechte Karten. Sie können zwar die Reise abbrechen oder stornieren, bleiben aber auf den Kosten sitzen. Der Grund: Die Baderegionen in der Türkei sind bislang nicht von Anschlägen betroffen.

Ich habe eine Istanbul-Reise für die kommenden Tage gebucht – kann ich zurücktreten, weil ich Angst vor weiteren Anschlägen habe?
In einem solchen Fall sollten Urlauber auf jeden Fall mit dem Veranstalter Kontakt aufnehmen, rät die Verbraucherzentrale. Rein rechtlich blieben Urlauber auf den Stornokosten sitzen, da es keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt. In vielen Fällen zeigten sich die Veranstalter jedoch kulant.

Von Mirjam Schmitt 
und Can Merey

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