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Deutschland / Welt „Mit Petry ist die AfD nach rechts gerutscht“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Mit Petry ist die AfD nach rechts gerutscht“
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00:15 02.12.2015
 Lucke glaubt nicht, dass in der AfD Schutzvorkehrungen gegen eine rechte Unterwanderung getroffen werden. Quelle: dpa
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Kann Frauke Petry zur Leitfigur der „neuen Rechten“ in Deutschland werden?

Ist sie das nicht schon? Die Partei ist im letzten Jahr deutlich nach rechts gerutscht. Frauke Petry hat das befördert. Nachdem dann Tausende gemäßigter Mitglieder ausgetreten sind, hat sie sich auf ein Rollenspiel eingelassen: Björn Höcke aus Thüringen spricht die „neuen Rechten“ an, und sie versucht, die letzten Bürgerlichen zu halten. Das ist Taktik, denn sie sagt ja selbst, dass sie inhaltlich mit Höcke keine wesentlichen Differenzen hat. Dahinter steht als strategischer Kopf ihr Lebensgefährte Marcus Pretzell, der Landeschef aus NRW, der zur Not Schusswaffen an der Grenze einsetzen will.  

Was trennt denn die AfD von Ihrer Neugründung Alfa?

Also Schüsse auf Flüchtlinge – das geht für Alfa natürlich gar nicht. Und Alfa will auch nicht das deutsche Asylrecht abschaffen. Deutschland soll den Flüchtlingen, die wirklich vor Krieg und Bürgerkrieg fliehen, großzügig helfen. Großzügig, aber nicht unbegrenzt. Eine Flüchtlingspolitik muss human und realistisch sein. Ohne eine Obergrenze geht es angesichts von Millionen Flüchtlingen leider nicht. Und deshalb müssen wir unsere Hilfe auf die Verletzlichsten konzentrieren: auf Frauen, Familien und Kinder.

Hat die AfD noch Schutzvorkehrungen gegen eine Unterwanderung von rechts?

Ich glaube nicht. Ich hatte einst einen Leitfaden für Aufnahmegespräche geschrieben, mit dem eventuelle rechtsradikale Auffassungen identifiziert werden konnten. Aber der ist im Laufe der Zeit immer weniger angewendet worden. Ich habe schon lange nichts mehr davon gehört. Stattdessen sprechen die Kreisverbände von Meinungsfreiheit, dass sie gegen Gesinnungsprüfungen sind. Aber wenn man nicht darauf achtet, welche Meinungen die Mitglieder vertreten, dann ist das ein offenes Tor für alle, die von ganz rechts kommen.

Die AfD steigt in den Umfragen, Alfa nicht – was wollen Sie tun?

Wir sagen den Menschen: Ihr braucht keine radikale Partei, wenn ihr mit den Etablierten nicht einverstanden seid.

Interview: Klaus Wallbaum

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