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Deutschland / Welt Arbeitgeber warnen vor zu hohem Azubi-Mindestlohn
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Arbeitgeber warnen vor zu hohem Azubi-Mindestlohn
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05:00 04.02.2019
Wie hoch muss ein fairer Mindestlohn für Auszubildende sein? Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnt vor Überforderung durch einen zu hohen Mindestlohn für Auszubildende. Dieser solle nicht mehr als 435 Euro betragen, heißt es in einem Papier der BDA, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Das entspreche „dem oberen Ende der tariflichen Ausbildungsvergütungen, die in wirtschaftlich schwächeren Branchen bzw. Tarifbereichen aktuell mit DGB-Gewerkschaften vereinbart wurden“.

„Ausbildungsvergütungen sind kein Gehalt“, schreibt die BDA. Bei der Bemessung ihrer Höhe müsse auch berücksichtigt werden, welche Kosten den Betrieben dadurch entstünden, dass sie Materialien bereitstellen und Arbeitszeit in die Ausbildung investierten. Ausbildungsvergütungen stellten daher „nur einen Zuschuss zum Lebensunterhalt“ dar. Hinzu komme noch das Kindergeld und Unterhalt von den Eltern. „Wenn die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen können oder wollen, haben Auszubildende Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe“, argumentieren die Arbeitgeber.

Ein Vorschlag der Jusos und des DBG

Union und SPD streiten sich heftig über die Höhe der Mindestausbildungsvergütung, auf deren Einführung sie sich im Koalitionsvertrag geeinigt haben. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat in ihrem Gesetzentwurf eine Mindestvergütung von 504 Euro im ersten Lehrjahr in Aussicht gestellt. In darauffolgenden Lehrjahren soll die Vergütung dann bis auf 580 Euro steigen.

Der SPD ist das nicht genug. Ihr Parteivorstand fordert eine höhere Mindestvergütung als im Gesetzesentwurf Karliczeks vorgesehen. Nach dem Willen der Sozialdemokraten sollen Azubis mindestens 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung erhalten – ein Vorschlag der Jusos und des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Das entspreche mindestens 660 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr. SPD-Chefin Andrea Nahles sagte zu Karliczeks Entwurf: „Auf keinen Fall tragen wir das mit.“

Karliczek konterte, eine Mindestausbildungsvergütung müsse „Maß und Mitte“ haben und dürfe „nicht ideologisch überfrachtet werden“.

Von Tobias Peter/RND

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