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Deutschland / Welt Putschversuch als "Feiertag der Demokratie"
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Putschversuch als "Feiertag der Demokratie"
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07:15 18.07.2016
Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat den vergangenen Freitag als "Feiertag der Demokratie" bezeichnet. Quelle: dpa
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Ankara

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat den vergangenen Freitag, an dem der später gescheiterte Militärputsch begann, als "Feiertag der Demokratie" bezeichnet. In einer Rede vor Demonstranten in der Hauptstadt Ankara sagte Yildirim in der Nacht zum Montag, dass "nach dem 15. Juli nichts mehr wie früher" sein werde. "Lasst uns diesen Feiertag auskosten", rief Yildirim vor der Menschenmenge auf dem zentralen Kizilay-Platz. Zudem deutete Yildirim erneut an, dass die Todesstrafe in der Türkei wiedereingeführt werden könnte.

Forderungen nach der Todesstrafe

Türkei im Ausnahmezustand

Die Geschehnisse des gescheiterten Putschversuchs können Sie in unserem Liveticker nachlesen.

Lautstarke Forderungen der Menge nach der Todesstrafe beantwortete er mit: "Wir haben eure Botschaft erhalten." Die Putschisten würden "in strengster Weise zur Rechenschaft gezogen".

Wie zuvor Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan forderte auch Yildirim das Volk auf, sich weiterhin zu versammeln und gegen den Umsturzversuch zu demonstrieren. "Wir werden morgens zur Arbeit gehen und abends weiter auf den Plätzen Wache halten", erklärte Yildirim.

Gescheiterter Putschversuch in der Türkei

Teile der türkischen Armee hatten in der Nacht zum Sonnabend versucht, die Kontrolle über die Türkei zu übernehmen. Sie erklärten die Machtübernahme, verhängten eine Ausgangssperre und besetzten unter anderen den Atatürk-Flughafen in Istanbul. Wer die Drahtzieher des gegen den Staatschef Erdogan gerichteten Putschversuchs sind, ist noch unklar.

Türkei im Ausnahmezustand: Teile des Militärs haben einen Putschversuch gestartet.

dpa/RND/are

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