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Deutschland / Welt Ansbach: Das wissen wir über den Täter
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16:48 25.07.2016
Bei einem Bombenanschlag wurden im fränkischen Ansbach 15 Menschen verletzt. Quelle: Daniel Karmann
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Ansbach

Bei einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag wurden am Sonntagabend in Ansbach 15 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Der mutmaßliche Täter kam dabei ums Leben. Bei dem Anschlag handelt es sich um einen Terroranschlag mit islamistischer Überzeugung des Täters, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Der Mann beziehe sich auf Abu Bakr al-Baghdadi, den Anführer der Terrormiliz IS.

Bekenner-Video gefunden

Auf einem Handy gebe es eine Anschlagsdrohung des Täters selbst als Video, sagte Herrmann. Der Täter kündige einen Racheakt gegen Deutsche an als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten. In einer ersten Übersetzung des arabischen Textes heiße es, der Täter handle im Namen Allahs.

Kämpfer des IS?

Der Attentäter von Ansbach war dem IS-Sprachrohr Amak zufolge ein "Soldat des Islamischen Staates". Das teilte Amak am Montag im Internet mit.

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12 Menschen wurden bei einem Bombenanschlag in Ansbach (Bayern) verletzt, drei von ihnen schwer.

Was wir über den Täter in Ansbach derzeit wissen:

  • Es handelt sich um einen 27 Jahre alten Flüchtling aus Syrien.
  • Er kam vor zwei Jahren nach Deutschland und hat einen Asylantrag gestellt.
  • Sein Antrag wurde vor einem Jahr abgelehnt, der Flüchtling sei seitdem geduldet gewesen, sagte Innenminister Herrmann. Der Mann war in einem ehemaligen Hotel in Ansbach untergebracht.
  • Der Mann wohnte in einer Unterkunft in Ansbach und war wiederholt strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er sei wiederholt auffällig geworden, unter anderem wegen eines Drogendelikts, sagte der Herrmann.
  • Der Syrer hat sich nach Angaben des Ministers schon zwei Mal das Leben nehmen wollen. Er sei deshalb auch schon in einer Psychiatrie untergebracht gewesen.
  • Der 27-Jährige sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. Das sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. "Ich kann Ihnen zur Stunde nicht sagen, warum diese Abschiebung nicht vollzogen worden ist", fügte er hinzu. Abschiebungen lägen in der Zuständigkeit der Länder.
  • Dem städtischen Sozialamt war er als "freundlich, unauffällig und nett" bekannt. Das sagte Reinhold Eschenbacher vom städtischen Sozialamt am Montag. "Der junge Mann war öfters als Asylbewerber hier und bei uns bekannt. Da ging es um soziale Leistungen", sagte er.
  • Auf einem Hady fanden die Ermittler eine Anschlagsdrohung des Täters selbst als Video. Darin soll er einen Racheakt gegen Deutsche an als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten, angekündigt haben.
  • Die IS-Miliz hat den Attentäter als ihren "Soldaten" bezeichnet.

Was wir zum Anschlag in Ansbach bislang nicht wissen:

  • Unklar ist bislang, in welchem Umfeld sich der 27-Jährige bewegte.
  • Wir wissen nicht, woher er den Sprengstoff hatte.
  • Nicht bekannt ist, woher genau die Metallteile aus dem Rucksack stammten, die offenbar möglichst viele Menschen verletzen sollten.
  • Der Grund für die Ablehnung des Asylantrags ist bislang unbekannt.
  • Die Spurensicherung durchsuchte am Montag das Flüchtlingsheim, in dem der Mann lebt. Dort beschlagnahmten die Ermittler mehrere Gegenstände. Über die Ergebnisse der Untersuchung ist bislang nicht viel bekannt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den Angehörigen der Verletzten der Gewalttaten von Reutlingen und Ansbach sein Mitgefühl ausgedrückt. Er sei erschüttert, sagte der Minister am Montag in Berlin.

dpa/RND

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