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Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken?

Boot kentert Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken?

Die Flucht nach Europa über das Mittelmeer ist gefährlich. Immer wieder kommen Migranten auf teils seeuntauglichen, überfüllten Booten um. Bei einer neuen Tragödie könnten hunderte Menschen ertrunken sein.

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Im Mittelmeer soll sich erneut eine Katastrophe ereignet haben.

Quelle: dpa/Symbolbild

Luxemburg/Mogadischu. Bei einer erneuten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer sind möglicherweise hunderte Menschen ums Leben gekommen. "Es ist sicher, dass wir es genau ein Jahr nach der Tragödie in libyschen Gewässern wieder mit einer Tragödie zu tun haben", sagte der italienische Außenminister Paolo Gentiloni am Montag am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg.

Der somalische Regierungssprecher Abdisalan Aato sagte in der Hauptstadt Mogadischu, auf den Booten hätten sich rund 500 Migranten befunden. "Unseren Informationen zufolge sind viele Somalis in dieser Tragödie ums Leben gekommen." Aato sagte weiter, ungefähr 200 der Bootsinsassen stammten aus Somalia und der autonomen Region Somaliland. "Dieser Unfall, bei dem viele unserer jungen Männer Berichten zufolge ums Leben kamen, hat uns sehr schockiert", betonte der Präsident Somalilands, Ahmed Mohamed Mohamud Silanyo, in einer Mitteilung. Nach lokalen Medienberichten überlebten nur 23 Migranten das Unglück.

Mattarella: "Tragödie im Mittelmeer"

Die verunglückten Menschen waren nach Angaben des italienischen Außenministers in Ägypten aufgebrochen. Man versuche, mehr Informationen zu bekommen. Auch Italiens Präsident Sergio Mattarella sprach am Montag am Rande einer Rede in Rom von einer "weiteren Tragödie im Mittelmeer". Er nannte dabei ebenfalls keine Einzelheiten.

Wo exakt sich die Katastrophe ereignet haben soll und ob ein oder mehrere Boote betroffen waren, blieb zunächst ebenso unklar wie die genaue Zahl der Opfer. Auch zu den Umständen des Unglücks gab es keine präzisen Angaben. Die verunglückten Menschen waren nach Angaben des italienischen Außenministers in Ägypten aufgebrochen. Somalische Behörden erklärten, der Funkkontakt sei einen Tag nach dem Verlassen Ägyptens abgebrochen.

Zahlreiche Behörden versuchten am Montag, mehr Informationen zu dem Vorfall zusammenzutragen. Allerdings konnten weder das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR noch die Internationale Organisation für Migration (IOM) oder die italienische Küstenwache den Schiffbruch bestätigen.

Auch Frontex-Sprecherin Izabella Cooper konnte keine Angaben zu dem Vorfall machen. Die EU-Grenzschutzagentur sei nicht beteiligt gewesen und habe weder Zahlen noch eine offizielle Bestätigung. Ansprechpartner seien die ägyptischen Behörden.

Berichte über weiteres Bootsunglück

Der arabische Dienst des britischen Senders BBC hatte zuvor unter Berufung auf nicht näher genannte ägyptische Berichte gemeldet, bei der Katastrophe seien mehr als 400 Flüchtlinge ertrunken, die meisten von ihnen Somalier. Insgesamt seien vier Boote im Mittelmeer gesunken, hieß es. Die somalische Botschaft in Kairo konnte die Nachricht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht bestätigen.

Zugleich gab es Berichte über ein weiteres Bootsunglück im Mittelmeer. Auf einem in Seenot geratenen Flüchtlingsboot haben italienische Rettungskräfte sechs Leichen gefunden.108 weitere Migranten seien gerettet und von einem Schiff aufgenommen worden, nachdem sie zuvor einen Notruf abgesetzt hatten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Sie hätten den Rettern von den Toten auf ihrem Boot erzählt, die daraufhin ebenfalls an Bord geholt worden seien. Das Boot war unweit der libyschen Küste bei schwerem Wellengang in Seenot geraten.

Genau ein Jahr zuvor hatte es ebenfalls eine Tragödie gegeben. Mitte April vergangenen Jahres war vor der libyschen Küste ein Flüchtlingsboot gekentert. Nach Angaben eines Überlebenden sollen bis zu 950 Menschen an Bord gewesen sein. Mehr als 140 Leichen wurden bislang geborgen, 28 Menschen überlebten das Unglück.

dpa

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