Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Türkei: "Wir werden im Stich gelassen"
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Türkei: "Wir werden im Stich gelassen"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:40 21.01.2016
Der türkische Botschafter in Deutschland, Hüseyin Avni Karslioglu (Archivbild), warnt vor überzogenen Erwartungen an sein Land bei der Begrenzung des Flüchtlingszuzugs. Quelle: Tim Brakemeier/dpa
Anzeige
Berlin

"Wir tun unser Bestes. Wir bekämpfen Schleuserbanden. Es ist jedoch eine Illusion zu glauben, dass sich jede Bucht entlang der Mittelmeerküste kontrollieren ließe", sagte Hüseyin Avni Karslioglu dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dem auch die HAZ angehört.

Visumspflicht zeigt Wirkung

Jedoch zeige die vor wenigen Wochen eingeführte Visumpflicht für Syrer, die aus Drittstaaten in die Türkei einreisen, bereits Wirkung: "So konnten wir die Zahl der Syrer, die per Fähre und Flugzeug zu uns kommen, von 41.000 auf 1000 pro Woche senken", sagte Karslioglu dem RND.

Der Diplomat beklagte eine mangelnde Unterstützung Europas bei der Versorgung der mehr als 2,4 Millionen in die Türkei geflüchteten Syrer. "Seit Jahren bittet die Türkei um Hilfe, aber wir werden im Stich gelassen", sagte Karslioglu. Von den im vergangenen Herbst von der EU versprochenen drei Milliarden Euro sei bisher "kein Cent" nach Ankara geflossen. "Das ist scheinheilig", sagte Karslioglu. "Die Kritiker der Türkei machen es sich zu leicht."

Am heutigen Freitag kommen in Berlin die Bundesregierung und das türkische Kabinett zu den ersten deutsch-türkischen Regierungskonsultationen zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Flüchtlingskrise und der Kampf gegen den dschihadistischen Terrorismus.

Von Marina Kormbaki

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Österreich will eine Obergrenze für Flüchtlinge einführen. 
Ist das das Ende des offenen Europas? Lässt jetzt auch Deutschland 
den Schlagbaum runter? Über eine schwere Entscheidung – 
und die gravierenden Folgen.

24.01.2016

Während die beiden Männer Menschen ermordeten, will sie aus Kummer zu viel Sekt getrunken haben: Im NSU-Prozess inszeniert sich Beate Zschäpe weiterhin als machtlose und unwissende Mitbewohnerin von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

21.01.2016

Eklat in Mainz: CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner hat ihre Teilnahmean der Fernsehdiskussion im SWR vor der rheinland-pfälzischen Landtagswahl am 13. März abgesagt. Die Landespartei begründete die Absage am Donnerstag in Mainz mit einer "skandalösen Einflussnahme der SPD".

21.01.2016
Anzeige