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Türkei: "Wir werden im Stich gelassen"

Flüchtlingszuzug Türkei: "Wir werden im Stich gelassen"

Der Botschafter der Türkei in Deutschland warnt vor überzogenen Erwartungen an sein Land bei der Begrenzung des Flüchtlingszuzugs.

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Der türkische Botschafter in Deutschland, Hüseyin Avni Karslioglu (Archivbild), warnt vor überzogenen Erwartungen an sein Land bei der Begrenzung des Flüchtlingszuzugs.

Quelle: Tim Brakemeier/dpa

Berlin. "Wir tun unser Bestes. Wir bekämpfen Schleuserbanden. Es ist jedoch eine Illusion zu glauben, dass sich jede Bucht entlang der Mittelmeerküste kontrollieren ließe", sagte Hüseyin Avni Karslioglu dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dem auch die HAZ angehört.

Visumspflicht zeigt Wirkung

Jedoch zeige die vor wenigen Wochen eingeführte Visumpflicht für Syrer, die aus Drittstaaten in die Türkei einreisen, bereits Wirkung: "So konnten wir die Zahl der Syrer, die per Fähre und Flugzeug zu uns kommen, von 41.000 auf 1000 pro Woche senken", sagte Karslioglu dem RND.

Der Diplomat beklagte eine mangelnde Unterstützung Europas bei der Versorgung der mehr als 2,4 Millionen in die Türkei geflüchteten Syrer. "Seit Jahren bittet die Türkei um Hilfe, aber wir werden im Stich gelassen", sagte Karslioglu. Von den im vergangenen Herbst von der EU versprochenen drei Milliarden Euro sei bisher "kein Cent" nach Ankara geflossen. "Das ist scheinheilig", sagte Karslioglu. "Die Kritiker der Türkei machen es sich zu leicht."

Am heutigen Freitag kommen in Berlin die Bundesregierung und das türkische Kabinett zu den ersten deutsch-türkischen Regierungskonsultationen zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Flüchtlingskrise und der Kampf gegen den dschihadistischen Terrorismus.

Von Marina Kormbaki

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