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Netflix und Co. sollen europäischer werden

Quote für Streamingdienste Netflix und Co. sollen europäischer werden

"Alarm für Cobra 11" statt "House of Cards"? Geht es nach der EU-Kommission, könnten künftig mehr heimische Produktionen bei Streamingdiensten wie Netflix auftauchen. Mindestens 20 Prozent der Serien und Filme sollen EU-Produktionen sein.

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Netflix, Amazon und Co. sollen künftig mindestens 20 Prozent ihres Streaming-Angebotes mit EU-Produktionen bestreiten. Das plant die EU-Kommission.

Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Brüssel. Die Klinikserie „In aller Freundschaft“ anstelle der Fantasy-Reihe „Game of Thrones“? Mit einer Quote für mehr europäische Produktionen will die EU-Kommission amerikanische Film­anbieter an die Leine legen. Demnach sollen Netflix, Amazon und Co. künftig mindestens 20 Prozent ihres Streaming-Angebotes mit EU-Produktionen bestreiten, heißt es aus Brüssel.

Andrus Ansip, Vizepräsident der Kommission und zugleich für digitale Medien zuständig, bestätigte gegenüber der französischen Zeitung „Les Echos“, dass er sich eine solche Regelung „gut vorstellen“ könne. Eine entsprechende Vorschrift werde bei der Reform der Richtlinie für audiovisuelle Medien (AVMSD) verankert und müsse dann noch bei den Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament eine Mehrheit finden. Vor allem würde sie die Online-Anbieter mit den üblichen Fernsehsendern auf eine Stufe stellen. Denn dort gibt es eine solche Quote bereits.

In einigen Ländern existiert bereits eine Quote

Auch wenn der Vorstoß, der vermutlich schon in der kommenden Woche offiziell präsentiert wird, ungewohnt klingen mag: Vergleichbare Instrumente haben verschiedene Mitgliedsstaaten längst im Programm. In Österreich, Polen und Spanien sind die Videoportale bereits verpflichtet, einen Anteil ihres Angebots für inländische Produktionen zu reservieren. Einige EU-Staaten verlangen von Netflix, Amazon und kleineren Anbietern darüber hinaus, Mittel zur Förderung europäischer Filme bereitzustellen.

„Diese überraschende Einbindung ist gar nicht notwendig“, kommentierte James Waterworth, Vizepräsident der Brüsseler Filiale des Handelsverbandes CCIA, dem auch Netflix und Amazon angehören, die Überlegung. „Die Idee kultureller Quoten ist überholt und liegt im 21. Jahrhundert nicht mehr im Interesse der Kunden.“ Tatsächlich scheinen die Anbieter auch wenig Nachholbedarf zu haben. Filme, Serien und Videos aus der Europäischen Union würden schon heute bis zu 27 Prozent der Kataloge stellen, hieß es in Brüssel.

Auch neue Regeln für Werbezeiten der TV-Sender geplant

Allerdings beschert die Neufassung der Richtlinie für audiovisuelle Dienste auch Fernsehzuschauern eine tief greifende Neuerung. Sollte der Entwurf bis zur Beschlussfassung in wichtigen Passagen unverändert bleiben, dürften die Sender ihre Werbung deutlich intensiver an den Kunden bringen.

Die 30 Jahre alte Fernsehrichtlinie schreibt den Reklameanteil auf 20 Prozent des Programms pro Stunde fest. In Zukunft sollen höchstens 20 Prozent Werbung pro Tag gestattet werden. Allerdings dürfen die Sender in Spitzenzeiten zwischen 20 und 23 Uhr mehr Spots ausstrahlen und dafür Filme und Nachrichtensendungen öfter als heute unterbrechen. Es sollte sich also niemand wundern, wenn die „Tagesthemen“ künftig mit Parfüm- oder Urlaubstipps „gewürzt“ werden.

Von Detlef Drewes

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