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Bsirske bleibt an der Verdi-Spitze

Dienstleistungsgewerkschaft Bsirske bleibt an der Verdi-Spitze

Ewig will er nicht Verdi-Chef bleiben. Aber: Vier weitere Jahre will er kampfeslustig für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen eintreten. Die Delegierten verpassten Frank Bsirske einen nur kleinen Dämpfer.

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„Ich bleibe nicht für die Ewigkeit“: Frank Bsirske nach seiner Wiederwahl in Leipzig.  

Quelle: Jan Woitas

Leipzig. Leipzig. Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, aber Frank Bsirske sieht sich veranlasst, die Delegierten damit zu beruhigen: Nein, unbegrenzt wolle er nicht Verdi-Chef bleiben. „Von Ewigkeit ist nichts“, sagt er den knapp 1000 Delegierten des Verdi-Bundeskongresses in Leipzig. Aber eine kleine Ewigkeit, seit der Verdi-Gründung im Jahr 2001, steht Bsirske schon an der Spitze der Gewerkschaft. Bei der Wahl bekommt der 63-Jährige noch einmal 88,5 Prozent der Stimmen für weitere vier Jahre - sein bisher schlechtestes Ergebnis zwar, aber doch alles andere als ein Debakel. Einen Gegenkandidaten hatte das Grünen-Mitglied nicht. 2011 hatte Bsirske 94,7 Prozent der Stimmen erhalten, vier Jahre zuvor waren es 94,3 Prozent gewesen. Seine Stellvertreterin Andrea Kocsis wird mit 90,2 Prozent im Amt bestätigt.

Zwei Tage dauert der Kongress schon, aber die heikle Frage von Bsirskes Alter hat bisher niemand angeschnitten. Doch nun tritt der „Delegierte 786“ aufs riesige Podium. Er erinnert an die gemeinsamen Kämpfe gegen die Rente mit 67 - und daran, dass Bsirske die Grenze zum Ende der neuen Amtsperiode reißen wird. Bsirske kontert: Die obligatorische Rente mit 67 bleibe inakzeptabel - aber wer wolle, so wie er, der solle länger arbeiten dürfen. So kommt es, dass Bsirske am Ende länger Gewerkschaftsboss sein dürfte, als Helmut Kohl Bundeskanzler war.

Seit 14 Jahren hält der Politologe die ausufernde Organisation zusammen - sein Image als Kämpfer gegen soziales Unrecht hilft ihm. Wichtige Baustellen sind aber offen - bei neuen bastelt Verdi an den Bauplänen. Noch ungelöst ist vor allem der Kita-Streit. Machen die kommunalen Arbeitgeber bei der nächsten Verhandlungsrunde Anfang nächster Woche entgegen ihren Ankündigungen doch Zugeständnisse? Sonst stehen die Zeichen auf „Eskalation“, wie Bsirske sagt. Unabsehbar ist der Ausgang im Dauerstreit mit Amazon.

Wer ist schuld an der verfahrenen Lage im Kita-Konflikt? Die Arbeitgeber, so Bsirske, hätten jeden Bedarf an einer Aufwertung der Sozialberufe geleugnet. Gut möglich, dass von Mitte Oktober an wieder Tausende Eltern keine Kita-Betreuung für ihre Kinder haben; auch Notdienstvereinbarungen könnten gekündigt werden.

Zu einer Abrechnung mit der Führung kommt es in Leipzig nicht. Stundenlang können die Delegierten ihrem Herzen Luft machen. Ein Düsseldorfer Delegierter wirft Bsirske vor, die Lage schönzureden. „Wenn wir mit unseren Forderungen auch einmal nicht durchgekommen sind, dann sollten wir auch kritische Worte verlieren.“ So deutliche Kritik an der Führung bleibt aber die Ausnahme. Die meisten treibt anderes um, der arbeitsfreie Sonntag etwa oder die Tarifflucht vieler Firmen.

Große Tarifrunden stehen im kommenden Jahr an, mit Bund und Kommunen etwa. Und Bsirske stimmt auch schon darauf ein, dass es bald in den Krankenhäusern rund gehen könnte. Beim Kampf um bessere Bedingungen für die sozialen Berufe will der Gewerkschaftsführer nicht bei den Erzieherinnen und Sozialarbeitern haltmachen. In der Kranken- und Altenpflege brauche es bessere Bedingungen. „Dafür wollen wir kämpfen.“

dpa

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