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Chaos um Flüchtlinge in Ungarn

Orban: "Deutsches Problem" Chaos um Flüchtlinge in Ungarn

Chaos um die Flüchtlinge vom Budapester Hauptbahnhof: Erst wurde am Morgen die Sperre des Bahnhofs für Flüchtlinge aufgehoben, woraufhin Hunderte die Bahnsteige stürmten. Später wurde ein Zug in der Nähe des größten ungarischen Aufnahmelager gestoppt, die Flüchtlinge sollten den Zug dort verlassen.

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Die ungarische Polizei hat sich erneut vom Budapester Ostbahnhof zurückgezogen. Daraufhin strömten am Donnerstagmorgen Hunderte Flüchtlinge auf die Bahnsteige und versuchten, an Bord von Zügen zu gelangen. 

Quelle: dpa

Flüchtlingschaos in Budapest: Die ungarische Polizei hat sich am Donnerstag erneut vom Ostbahnhof zurückgezogen, der seit Dienstag für Migranten gesperrt war. Hunderte Flüchtlinge, die seit Tagen vor dem Gebäude auf Einlass gewartet hatten, strömten daraufhin auf die Bahnsteige, es spielten sich tumultartige Szenen ab. Am Mittag fuhr ein erster Zug mit Flüchtlingen in Richtung österreichische Grenze ab, ein zweiter sollte folgen.

Orban: "Deutsches Problem"

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban bezeichnete den Zustrom von Flüchtlingen als "deutsches Problem". Nach einem Gespräch mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erklärte er in Brüssel, es dürfe kein Flüchtling ausreisen, ohne dass er vorher registriert worden sei. Ungarn halte sich lediglich an europäische Regeln und tue das, was Bundeskanzlerin Angela Merkel erwarte.

"Das Problem ist kein europäisches Problem. Das Problem ist ein deutsches Problem", betonte Orban. Die Migranten wollten nicht in Ländern wie Ungarn, Polen oder Estland bleiben. "Alle würden gerne nach Deutschland gehen." Migranten warnte der rechtsnationale Regierungschef ausdrücklich vor einer Einreise nach Ungarn. "Bitte kommen Sie nicht. Es ist riskant zu kommen. Wir können nicht garantieren, dass Sie akzeptiert werden."

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warf dem ungarischen Regierungschef vor, in der Migrationspolitik die falschen Schwerpunkte zu setzen. "Ich bin nicht der Meinung von Viktor Orban", sagte der SPD-Politiker. Es möge zutreffen, dass nicht alle Menschen in Ungarn bleiben wollten. Ziel müsse deswegen aber eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge sein.

Unklare Lage in Budapest

Das weitere Schicksal der Flüchtlinge vom Budapester Ostbahnhof war zunächst unklar. Am Mittag fuhr der erste Zug mit Migranten an Bord ab, als Ziel wurde die ungarische Grenzstadt Sopron genannt. Auf dem Bahnsteig warteten noch viele hundert Flüchtlinge auf eine Weiterreise Richtung Westen.

Die ungarische Eisenbahngesellschaft MAV erklärte am Vormittag, es gebe bis auf weiteres keine direkten Züge von Budapest nach Westeuropa. Am Vormittag fuhren auch keine Züge von Österreich direkt in die ungarische Hauptstadt. Es werde generell von Bahnreisen nach Ungarn abgeraten, teilte die österreichische Bundesbahn (ÖBB) mit.

Doch die Freude der Flüchtlinge währte nur kurz: Kurz nach seiner Abfahrt aus Budapest ist ein Zug mit bis zu 300 Flüchtlingen einem Medienbericht zufolge in der Nähe eines der größten Aufnahmelager Ungarns wieder gestoppt worden. Wie die amtliche ungarische Nachrichtenagentur MTI meldete, wurden die Menschen von der Polizei angewiesen, den Zug in Bicske rund 40 Kilometer westlich von Budapest zu verlassen. Von dort seien sie mit Bussen in das nahegelegene Flüchtlingscamp gebracht worden.

Ein zweiter Zug mit rund hundert Flüchtlingen an Bord fuhr inzwischen vom Keleti-Bahnhof ab, als Ziel war Györ nahe Österreich ausgewiesen. Auch dutzende Sicherheitskräfte fuhren mit, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Im Bahnhof harrten gegen Mittag noch rund tausend Flüchtlinge aus.

dpa/afp

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