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Deutschland / Welt Bundesärztekammer lobt Spahn-Entwurf für Organspende-Reform
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bundesärztekammer lobt Spahn-Entwurf für Organspende-Reform
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13:28 31.08.2018
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Transplantationsbeauftragte in Kliniken stärken. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Berlin

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, lobt den Entwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Organspendereform. „In der Tat sind die Strukturen in den Kliniken das Problem“, sagte Montgomery dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Spenden werden nicht ausreichend finanziert, die Transplantationsbeauftragten haben nicht genug Rechte.“

Nach einem Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums plant Spahn unter anderem eine Stärkung der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken. Zudem soll die Entnahme von Spenderorganen durch Krankenhäuser besser vergütet werden.

Die auch aus der Unionsfraktion zuletzt geforderte Widerspruchslösung ist in dem Entwurf nicht enthalten. „Als Arzt vertrete ich die Widerspruchslösung, ich halte sie in unserem Rechtssystem, in dem man für jeden Pieks und jeden kleinen Eingriff eine einzelne Einwilligung geben muss, jedoch für sehr schwer durchsetzbar“, sagte Ärztepräsident Montgomery dem RND.

SPD fordert Widerspruchslösung

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Karl Lauterbach hält den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Reform der Organspende nicht für ausreichend. „Das sind notwendige Schritte aus unserem Koalitionsvertrag, aber die werden alleine nicht ausreichen“, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Der SPD-Politiker sagte, entscheidend sei, dass eine Widerspruchslösung eingeführt werde. Unter Widerspruchslösung wird verstanden, dass grundsätzlich jeder ein potenzieller Spender wäre – außer bei Widerspruch. Bisher sind Organentnahmen nur bei vorliegender Zustimmung des Spenders möglich.

„Ohne eine solche Regelung werden wir sich die Zahl der Organspenden nicht in notwendigem Maße erhöhen“, sagte Lauterbach. „Der Gesetzentwurf ist die optimale Gelegenheit, um eine umfassende Debatte über die Widerspruchslösung zu führen. Das ist eine hochethische Frage. Diese Diskussion muss im Parlament geführt werden.“

Von RND/Rasmus Buchsteiner

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