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Deutschland / Welt Allianz in der zweiten Reihe
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07:39 30.08.2017
Außenminister Sigmar Gabriel traf sich bereits zum fünften Mal zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Rex Tillerson. Quelle: dpa
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Washington

In der Ära von Donald Trump ist es für deutsche Diplomaten keine leichte Aufgabe, die Beziehungen zum größten Verbündeten im Tagesgeschäft zu pflegen. Mit seinem unorthodoxen Politikstil und seinen teils widersprüchlichen Aussagen lässt der Chef des Weißen Hauses selbst enge Mitarbeiter manchmal ratlos zurück.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich jenseits der schrillen Töne zwischen der neuen Administration und Berlin ein enger Austausch einspielt. Bestes Beispiel: Sigmar Gabriel und sein Kollege Rex Tillerson.

Der deutsche Außenminister traf sich am Dienstag (Ortszeit) in Washington schon zum fünften Mal mit seinem amerikanischen Kollegen, um sich über die aktuellen Krisenherde zu verständigen und insbesondere zu den jüngsten Provokationen in Nordkorea eine gemeinsame Sprachregelung zu finden.

Gabriel und Tillerson scheinen gut miteinander auszukommen

Auf den ersten Blick stammen die beiden Chefdiplomaten aus zwei völlig verschiedenen Welten - hier der sozialdemokratische Vollblutpolitiker, der schon als Jugendlicher für seine Ideen stritt, dort der Ingenieur und Multimillionär, der sein Berufsleben bei einem internationalen Großkonzern verbrachte und im reiferen Alter eher unerwartet am Kabinettstisch des US-Präsidenten landete.

Und doch scheinen die beiden Regierungsvertreter gut miteinander auszukommen. Wie es heißt, haben sie sich auch schon mal abends allein auf ein Bier getroffen, um jenseits der protokollarischen Zwänge Gedanken auszutauschen und Strategien zu entwickeln.

Kaum jemand vermag zurzeit zu sagen, wie groß Tillersons Einfluss auf Trump tatsächlich ist. Aber nach all den Turbulenzen im Sommer und den Personalveränderungen im Weißen Haus könnte sich die Position des US-Außenministers auch verbessert haben. Das fundierte Wissen um weltpolitische Zusammenhänge, das sich Tillerson bereits als Präsident des ExxonMobil-Konzerns aneignete, findet jedenfalls in Fachkreisen Anerkennung.

Meinungen gehen weit auseinander

Die neue Harmonie zwischen dem Auswärtigen Amt und dem State Department sollte allerdings über die anhaltenden Differenzen nicht hinwegtäuschen. Vor allem bei der Frage im Umgang mit der Ukraine gehen die Meinungen weiter auseinander. Während die Trump-Regierung ernsthaft erwägt, die  Regierungstruppen aus Kiew mit schweren Waffen auszustatten, damit sie sich gegen die russischen Aggressionen wehren können, warnt Berlin eindringlich vor den Gefahren einer solchen Aufrüstung. Jede weitere Eskalation in der Ostukraine, so die Sorge am Werderschen Markt in Berlin, könne ganz Europa in Mitleidenschaft ziehen.

Gabriel kann sich immerhin zugute halten, dass sich sein amerikanischer Kollege ernsthaft mit seinen Einwänden auseinandersetzt. Ob sich der SPD-Politiker mit seinen Argumenten in Washington letztlich auch durchsetzen kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Von Stefan Koch

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