Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Gauck unterschreibt Diätenerhöhung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gauck unterschreibt Diätenerhöhung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:09 11.07.2014
Trotz verfassungsrechtlicher Bedenken hat Bundespräsident Joachim Gauck das Gesetz über die Diätenerhöhung der Bundestagsabgeordneten passieren lassen. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Trotz verfassungsrechtlicher Bedenken hat Bundespräsident Joachim Gauck das Gesetz über die Diätenerhöhung der Bundestagsabgeordneten passieren lassen. Die Bedenken seien nicht so durchgreifend, dass sie Gauck an einer Ausfertigung gehindert hätten, teilte das Bundespräsidialamt am Freitag in Berlin mit.

Damit können die Diäten wie geplant in zwei Stufen steigen: rückwirkend zum 1. Juli von bisher 8252 auf 8667 Euro im Monat und Anfang kommenden Jahres auf 9082 Euro. Gauck hatte das Gesetz zunächst nicht unterschrieben - sondern intensiv auf Übereinstimmung mit dem Grundgesetz und den verfassungsgerichtlichen Vorgaben zur Abgeordnetenentschädigung geprüft, so das Präsidialamt. Dass der Bundespräsident ein Gesetz stoppt, ist sehr selten.

Nähere Angaben über die Bedenken wollte die Sprecherin des Bundespräsidenten nicht machen. Während sich etwa die Linke und die FDP an der Höhe der Anhebung bis 2015 gestört hatten, standen bei anderen Kritikern ein geplanter Automatismus und Zuschläge im Fokus.

Denn von 2016 an sollen die Diäten an die Entwicklung der Bruttolöhne gekoppelt werden. Sie sollen dann jeweils zum 1. Juli auf der Basis der vom Statistischen Bundesamt berechneten Verdienstentwicklung in Deutschland steigen. Von der nächsten Legislaturperiode an soll der Bundestag über die Beibehaltung der automatischen Erhöhung abstimmen. Abstimmungen über jede einzelne Erhöhung sollen damit entfallen. Kritiker halten dieses Verfahren für nicht ausreichend transparent.

Künftig sollen Vorsitzende von Ausschüssen, Untersuchungsausschüssen und Enquete-Kommissionen zudem eine Zulage von 15 Prozent der Diäten erhalten. Bisher bekamen nur der Bundestagspräsident und seine Stellvertreter Amtszulagen. Gekürzt werden soll bei den Pensionen. Der Höchstsatz soll von 67,5 Prozent der Diät nach 27 Mandatsjahren auf 65 Prozent sinken. Die Möglichkeit des Pensionseintritts mit 57 Jahren soll abgeschafft werden. Abgeordnete sollen von der kommenden Legislaturperiode an frühestens mit 63 in Pension gehen können.
In diesem Jahr kostet die Erhöhung 1,7 Millionen Euro mehr, für das Jahr 2015 rechnet die Koalition mit 3,5 Millionen Euro zusätzlich.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach militärischen Erfolgen muss die ukrainische Armee einen schweren Rückschlag hinnehmen. Bei Raketenangriffen der Separatisten kommen viele Soldaten ums Leben. Auch immer mehr Zivilisten geraten zwischen die Fronten.

11.07.2014

Vor der libyschen Botschaft in Berlin-Dahlem hat sich am Freitag ein Mann angezündet. Er sei lebensgefährlich verletzt worden, teilte die Polizei mit. Der Mann, der etwa 25 Jahre alt sein soll, habe sich zuvor mit Lampenöl übergossen. Feuerwehrleute und Polizisten konnten ihn demzufolge löschen.

11.07.2014

Wegen der US-Geheimdienstaktionen ist das deutsch-amerikanische Verhältnis auf einem Tiefpunkt angelangt. Berlin reagiert mit einer drastischen Maßnahme, Washington kommentiert auch diese nicht. Und niemand weiß, ob es weitere Spionagefälle gibt.

11.07.2014
Anzeige