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Deutschland / Welt Bundestagsvizepräsident Peter Hintze gestorben
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12:18 27.11.2016
Hintze bei einer Pressekonferenz im Oktober 2014. Quelle: dpa
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Berlin/Düsseldorf

Er war der Designer umstrittener CDU-Wahlkampagnen, langjähriger Vertrauter von Kanzlerin Merkel und hartnäckiger Verfechter ethischer Überzeugungen im Bundestag. Jetzt erlag Hintze seiner Krebserkrankung. Der 66-Jährige gehörte dem Bundestag seit 1990 an, von 1992 bis 1998 war er Generalsekretär der CDU.

CDU-Politiker sind bestürzt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Betroffenheit auf den Tod des früheren CDU-Generalsekretärs Peter Hintze reagiert. Mit ihm verliere die Union "eine ihrer herausragenden Persönlichkeiten", teilte die CDU-Vorsitzende am Sonntag mit. Hintze habe "die Politik der CDU Deutschlands wie auch unseres Landes über Jahrzehnte in unterschiedlichsten Funktionen maßgeblich geprägt". Er sei "ein Mann des offenen Wortes, aber auch des Ausgleichs" gewesen.

"Unvergessen sind vor allem seine sechs Jahre als Generalsekretär der CDU Deutschlands", erklärte Merkel, die Hintze seit Jahren zu ihren Vertrauten zählte. "Er gehörte zu den herausragenden intellektuellen Köpfen der Partei, war sensibel für gesellschaftliche Entwicklungen, erkannte frühzeitig die Notwendigkeit zur programmatischen Weiterentwicklung und leistete damit einen wichtigen Beitrag, dass die CDU eine lebendige Volkspartei in der Mitte der Gesellschaft bleiben konnte." Der studierte Theologe habe "aus seinem Glauben die Kraft für seine politische Arbeit" gezogen, so Merkel.


Mehrere CDU-Politiker äußerten sich bestürzt. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) würdigte Hintze im Namen des Parlaments als "leidenschaftlichen Parlamentarier und einen allseits und über die Fraktionsgrenzen hinaus geschätzten Kollegen. Er habe eine große Begabung gehabt, "Brücken zwischen unterschiedlichen Auffassungen und Interessen zu bauen". Auch sei Hintze "in den letzten 25 Jahren eine der prägenden politischen Persönlichkeiten in der CDU Deutschlands" gewesen.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner schrieb über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Peter Hintze war klug, humorvoll, kollegial - und ist viel zu früh verstorben. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie!" Die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) äußerte sich ebenfalls tief betroffen: "Ich bin todtraurig. Peter Hintze war einer der geistreichsten und warmherzigsten Menschen, denen ich in der Politik jemals begegnet bin."

"Ich bin todtraurig. Peter Hintze war einer der geistreichsten und warmherzigsten Menschen, denen ich in der Politik jemals begegnet bin", schrieb die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei Twitter. "Er war geistreich, inspirierend, warmherzig und ein wunderbarer Kollege", lautete der Tweet von CSU-Bundestagsabgeordnetem Volker Ullrich.

Ein Vertrauter von Angela Merkel

Der studierte Pfarrer Hintze gehörte zum kleinen Kreis von Unions-Vertrauten, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lange und gut kennt. Anfang der 1990er Jahre war Hintze Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Frauen und Jugend - unter der damaligen Ressortchefin Merkel. 1994 und 1998 organisierte er für Kanzler Helmut Kohl als CDU-Generalsekretär die Bundestagswahlkämpfe. Für den Machtverlust 1998 wurde Hintze wegen seiner "Rote-Hände"-Kampagne mitverantwortlich gemacht.

Merkel löste ihn im Amt des CDU-Generalsekretärs ab. Doch der Kohl-Mann überstand den politischen Umbruch. 2005 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, 2007 zusätzlich Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrttechnik, 2013 dann Bundestagsvizepräsident. Seit 1990 saß er im Bundestag. Hintze galt als ein warmherziger, oft gut gelaunter Rheinländer mit Spaß an Ironie.

Er stellte sich gegen CDU-Spitze und Kirche

Für seine Überzeugungen kämpfte er unermüdlich - etwa gegen das Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID). Für den Vater eines Sohnes war es "unbarmherzig", wenn Paare mit sehnlichem Kinderwunsch, aber einer Veranlagung für eine schwere Erbkrankheit, nicht durch Gentests die Chance auf die Geburt eines gesunden Kindes bekommen sollten. Und mit seiner liberalen Position in der Debatte um Sterbehilfe stellte sich der evangelische Pfarrer nicht nur gegen die Spitze seiner Partei und die Mehrheit seiner Fraktion, sondern auch gegen die eigene und die katholische Kirche.

dpa/afp

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