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Bundeswehr muss um jeden Rekruten kämpfen

Start des Freiwilligendienstes Bundeswehr muss um jeden Rekruten kämpfen

Die Bundeswehr steht vor einem neuen Problem: Nur knapp drei Wochen nach dem Start des Freiwilligendienstes gibt es eine Vielzahl von Kündigungen. Viele junge Männer und Frauen, die sich zum freiwilligen Dienst in der Armee entschlossen haben, nutzen ihre sechsmonatige Probezeit und kehren der Truppe Knall auf Fall den Rücken.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Berlin. Aus dem Stab der 1. Panzerdivision in Hannover hieß es am Mittwoch, seit dem Dienstantritt am 4. Juli hätten inzwischen 14 Prozent der Rekruten gekündigt. Beim Wachbataillon in Berlin zogen in den ersten beiden Wochen nach Eintritt in die Bundeswehr 17 von 158 Soldaten die Uniform wieder aus.

Die jungen Leute haben seit dem 1. Juli das Recht, das Dienstverhältnis innerhalb von 24 Stunden zu kündigen, Gründe für ihre Entscheidung müssen sie nicht nennen. Die Bundeswehr als Dienstherr ist an eine Kündigungsfrist von zwei Wochen gebunden. Das Verteidigungsministerium beobachtet die Entwicklung in den Grundausbildungseinheiten sehr genau, hat aber noch keinen eindeutigen Trend erkannt. Bei der aktuellen Fluktuation handele es sich in den allermeisten Standorten um einen „normalen Vorgang“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.Erst in drei Monaten lasse sich beurteilen, ob die Umstellung zum freiwilligen Wehrdienst gelungen sei oder nicht. Anfang Juli hatten insgesamt 3400 Freiwillige den Wehrdienst angetreten, ein Teil von ihnen wollte maximal 23 Monate in der Armee bleiben, ein anderer Teil strebte von Beginn an nach einem Arbeitsplatz als Zeit- oder Berufssoldat.

Von etwa 30 Prozent der jungen Leute, die seit Monatsbeginn das Dienstverhältnis beendeten, trennte sich die Bundeswehr aus medizinischen Gründen. Einige waren körperlich nicht fit oder wiesen gesundheitliche Probleme auf, die bei den Voruntersuchungen zunächst nicht aufgefallen waren. Andererseits gab es auffallend häufig Kündigungen aus persönlichen Gründen: Rekruten fühlten sich überfordert oder mochten sich nicht an das Leben in der Kaserne und die soldatische Ordnung gewöhnen. Andere erhielten doch noch einen Studienplatz oder eine Zusage für eine Ausbildung in einem zivilen Beruf.

Warnung vor Gleichgültigkeit: Bundespräsident Christian Wulff hat nach dem Ende der Wehrpflicht vor einer neuen „Gleichgültigkeit“ gegenüber der Bundeswehr gewarnt. Die Armee gehöre in die „Mitte der Gesellschaft“, sagte Wulff am Mittwochabend bei einer Gelöbnisfeier vor dem Reichstag in Berlin. Wichtig sei auch die öffentliche Debatte über Einsätze wie in Afghanistan. Deutschlands Soldaten gehörten „in unsere Mitte, in unsere Schulen und Hochschulen und auf öffentliche Plätze“, sagte Wulff. „Ihre Freiwilligkeit darf nicht zu Gleichgültigkeit in der Gesellschaft führen. Hier mache ich mir durchaus Sorgen.“

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