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Bundeswehr rüstet sich für Cyber-Krieg

Neuer Organisationsbereich Bundeswehr rüstet sich für Cyber-Krieg

Angesicht der Herausforderungen durch die Cyber-Kriegsführung will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Bundeswehr umbauen. Neben Heer, Luftwaffe und Marine könnte in Zukunft eine neue Teilstreitkraft die Armee verstärken.

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Anregungen aus Estland: Verteidigungsministerin von der Leyen im April im Cyber-Abwehrzentrum der Nato in dem baltischen Land. 

Quelle: Maurizio Gambarini

Berlin. Angesichts der Herausforderungen durch die Cyber-Kriegsführung will Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Bundeswehr umbauen. Das Verteidigungsministerium plane, die in der Truppe verteilten Cyber-Kompetenzen in einem eigenen militärischen Organisationsbereich zu bündeln, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Der neue Organisationsbereich solle den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine sowie dem Sanitätsdienst und der Streitkräftebasis gleichgestellt sein.

Bislang sind die Cyber-Fähigkeiten der Bundeswehr nicht zentral organisiert, sondern quer durch die Truppe verteilt. Mit der Bündelung reagiere von der Leyen auf die zunehmende Bedeutung des Themas und die Bedrohung, die von Cyber-Attacken ausgehen könne. Nach Angaben aus Militärkreisen will von der Leyen demnach ihr Vorhaben in Kürze öffentlich vorstellen. Der Umbau solle nicht in die grundsätzliche, durch die jüngste Bundeswehrreform festgelegte Struktur der Truppe eingreifen.

Zentral verantwortlich für das Vorhaben ist dem Bericht zufolge Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder. Von der Leyen hatte die Physikerin im vergangenen Jahr von der Unternehmensberatung McKinsey geholt. Sie gilt als Organisationsexpertin mit hohen Kenntnissen auch im technischen Bereich. Im Ministerium sei zu hören, dass der Umbau deutlich über den engen Begriff der Cyber-Kriegsführung hinausgehen solle. Zusätzlich solle offenbar die gesamte IT-Struktur der Bundeswehr neu geordnet werden. Erste Überlegungen aus dem Ministerium waren im Sommer bekannt geworden. Damals hatten Medien über die „Strategische Leitlinie Cyber-Verteidigung“ berichtet, die von der Leyen im April gebilligt hatte.

In dem Papier war bereits davon die Rede, die IT-Ressourcen der Bundeswehr auszubauen und zu zentralisieren. Neben den „klassischen Räumen Land, Luft, See und Weltraum“ sei „auch der Cyber-Raum“ ein „Operationsraum“. In dem Papier hieß es: „Offensive Cyber-Fähigkeiten der Bundeswehr haben grundsätzlich das Potenzial, das Wirkungsspektrum der Bundeswehr in multinationalen Einsätzen signifikant zu erweitern.“ Denkbar seien „zielgerichtete und koordinierte Maßnahmen zur Beeinträchtigung von fremden Informations- und Kommunikationssystemen sowie der darin verarbeiteten Informationen“.

Cyber-Kriege gibt es schon seit einigen Jahren. Es geht darum, die Computernetze und Kommunikationssysteme der gegnerischen Macht zu stören oder sogar vollständig lahmzulegen. Von der Leyen hatte im April in Estland ein Cyber-Abwehrzentrum der Nato besucht, in dem Strategien für diesen Bereich erprobt werden. Seinerzeit verlautete aus dem Verteidigungsministerium, dass die Bundeswehr im vergangenen Jahr knapp 6000 Infizierungen mit schadhafter Software aufgespürt hatte - und in vielen Fällen erfolgreich damit beschäftigt war, die Beschädigungen wieder zu beseitigen.

Von Tarek Mataschi

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