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Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck gestorben

Im Alter von 77 Jahren Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck gestorben

Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur ist tot: Rupert Neudeck starb unerwartet in einer Klinik nach einer Herzoperation.

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Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren.

Quelle: dpa/Rainer Jensen

Köln. Neudeck hatte 1979 zusammen mit Mitstreitern ein Schiff zur Rettung von Bootsflüchtlingen aus Vietnam ins südchinesische Meer geschickt. Daraus entstand die Organisation Cap Anamur, die in mehreren Jahren insgesamt 11.000 Schiffbrüchige rettete.

2003 gründete Neudeck die Organisation Grünhelme, die junge Muslime und Christen für gemeinsame Aufbauprojekte in Afghanistan oder anderen armen Ländern gewinnen will. Über Jahrzehnte hinweg setzte sich der Journalist für Notleidende und Flüchtlinge ein.

Streitbarer Interviewpartner

Neudeck wurde in Danzig geboren. Der Theologe, Publizist und Philosoph war am 14. Mai 77 Jahre alt geworden. Zwei Wochen danach starb Neudeck unerwartet in einer Klinik nach einer Herzoperation, wie die Organisation Grünhelme am Dienstag in Berlin mitteilte. 

Sein Credo war stets, mit wenig Verwaltungsaufwand auszukommen. Neudeck war ein vielgefragter und streitbarer Interviewpartner zu humanitären Fragen. Für sein Engagement wurden er und seine Frau Christel mehrfach ausgezeichnet, zuletzt im April in Stuttgart mit dem Erich-Fromm-Preis.

Mit seiner Frau lebte er bescheiden in Troisdorf bei Bonn. Die Familie äußerte sich zunächst nicht.

Neudeck zur Flüchtlingsdebatte

Im Oktober 2015 mischte sich Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck mit einem Gastbeitrag in der HAZ in die Flüchtlingsdebatte ein: "Der Zustrom Hunderttausender Migranten befeuert die Debatte um die Bekämpfung der Fluchtgründe. Schlepper und Schleuser gelten als Wurzel des Übels. Falsch", meinte Neudeck damals. "Die Fluchtgründe sind komplexer und nicht mit Zäunen zu beseitigen." Den kompletten Gastbeitrag finden Sie hier.

dpa/afp/epd/RND

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